Laut einer Studie der Nova School of Business and Economics gewährleisten die 2920 Apotheken in Portugal einen schnellen und bequemen Zugang zu qualifizierter Gesundheitsversorgung. / © Imago/Zuma Press Wire
Die Nova SBE führte eine umfangreiche Studie zu Apotheken durch. Dabei wurde sowohl die Wirtschaftlichkeit der Apotheken für das Land als auch die Zufriedenheit der Einwohnerinnen und Einwohner mit dem Apothekennetz überprüft. Darüber hinaus analysierten die Autorinnen und Autoren die ökologische und soziale Bedeutung von Apotheken.
Laut der Studie sichern die 2920 Apotheken im Land einen schnellen und bequemen Zugang zu qualifizierter Gesundheitsversorgung und entlasten gleichzeitig Notaufnahmen und Gesundheitszentren. Bei leichten Symptomen würden sich 57,2 Prozent der Bevölkerung zunächst an die Apotheke wenden, während nur 16,5 Prozent Gesundheitszentren aufsuchten, heißt es in der Pressemitteilung.
Für 82 Prozent der Portugiesinnen und Portugiesen liegt eine Apotheke weniger als fünf Kilometer vom Wohnort entfernt. Bei Gesundheitszentren und Krankenhäusern trifft das nur auf 53 beziehungsweise 13,7 Prozent zu. In Deutschland leben knapp fünf Prozent der Menschen in einer Region, die nur schwach mit Arzneimitteln versorgt ist. Laut der ABDA müssen sie mehr als sechs Kilometer bis zur nächsten Apotheke zurücklegen.
Drei von vier Portugiesinnen und Portugiesen vertrauen der Studie zufolge der Apotheke »sehr« oder »voll und ganz«. Im Jahr 2025 verzeichneten die Apotheken demnach 174,3 Millionen Kundenbesuche; zudem genießen sie mehr Vertrauen als digitale oder telefonische Lösungen.
Die Studie kommt zudem zu dem Schluss, dass die in den Apotheken erbrachten Dienstleistungen dem nationalen Gesundheitssystem (SNS) erhebliche Einsparungen bescheren, die sich bei einer Ausweitung noch erhöhen könnten. Ein Beispiel hierfür ist die saisonale Impfung, bei der die jährlichen Nettoeinsparungen auf etwa 34 Millionen Euro geschätzt werden.
Auch die Wirtschaft profitiert von Apotheken: Laut der Studie machen diese 1,12 Prozent des portugiesischen Bruttoinlandsprodukts (BIP) aus, was 3,23 Milliarden Euro entspricht, und sichern über 21.000 Arbeitsplätze. Der Anteil an der Gesamtbeschäftigung sei demnach besonders hoch in den Bezirken im Landesinneren.