Pharmazeutische Zeitung online
Coronavirus-Impfstoff

Wird Comirnaty bald auch in Marburg produziert?

Forderungen nach mehr Tempo wies Spahn allerdings zurück. Die Herstellung von Impfstoffen sei überaus anspruchsvoll, sie könne nicht in drei oder vier Wochen beliebig hochgefahren werden. «Das braucht Vorlauf, und das ist in Vorbereitung in Marburg», betonte er.

Mit Befremden reagierte Spahn auf den Vorschlag, Impfstoff-Hersteller zu zwingen, anderen Unternehmen eine Lizenz zum Nachproduzieren zu gewähren. «Eine Produktion für einen Impfstoff ist hoch anspruchsvoll und hochkomplex, die kann man nicht mal eben per Lizenz bei einem anderen Unternehmen machen», sagte er. Gerade auch für das Vertrauen in den Impfstoff ist es wichtig, dass alle Qualitätsanforderungen eingehalten würden.

Generell sei es einfach falsch, wenn der Eindruck entstehe, alle Länder außer Deutschland hätten genügend Impfstoff: «Der ist überall knapp, für alle auf der Welt.» Die Bundesregierung arbeite daran, dass es bald mehr Impfstoff gebe. «Aber wir machen das so, dass dann anschließend auch die Qualität stimmt.»

Der Pharma-Verband vfa widersprach dem Vorwurf, wonach die Produktion des Corona-Impfstoffs zu langsam anläuft. «Wir sehen in Deutschland sechs Tage nach der Zulassung erste Corona-Impfungen, und wir werden im Januar noch deutlich mehr Impfungen haben, weil immer mehr der vom Staat bestellten Mengen geliefert werden», sagte der Präsident des Verbands der forschenden Pharmaunternehmen (vfa), Han Steutel, der «Augsburger Allgemeinen» (Montag). Er verwies darauf, dass überall in Deutschland die Produktionskapazität für den Covid-19-Impfstoff hochgefahren werde. «Und jeder weitere Hersteller, der eine Zulassung erhält, wird ebenfalls mit vorproduzierten Chargen schnell im Markt sein.»

Seite<12

Mehr von Avoxa