| Sven Siebenand |
| 25.08.2026 15:00 Uhr |
Wichtig zu sagen ist, dass diese Ergebnisse nicht bedeuten, dass Menschen ab 75 Jahren ihre Statine generell absetzen sollten. Sie beziehen sich auf ältere Menschen, die Statine ausschließlich zur Primärprävention einnahmen und noch keine atherosklerotische Herz-Kreislauf-Erkrankung hatten. Auf Patienten, die beispielsweise bereits einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten haben und Statine zur Sekundärprävention erhalten, lassen sich die Ergebnisse daher nicht übertragen. Auch beweist die Untersuchung nicht, dass das Absetzen besser ist als die weitere Behandlung: Untersucht wurde vielmehr, ob es hinsichtlich der Gesamtsterblichkeit innerhalb von drei Jahren nicht unvertretbar schlechter war.
Die Forschenden sehen die Ergebnisse deshalb vor allem als Grundlage für individuellere Therapieentscheidungen. Bei älteren Menschen ohne bisherige Herz-Kreislauf-Erkrankung könne gemeinsam mit dem behandelnden Arzt geprüft werden, ob eine weitere Statintherapie sinnvoll ist. Dabei müsste man dann Punkte wie den klinischen Zustand, das individuelle Herz-Kreislauf-Risiko, weitere Medikamente sowie die Präferenzen der Patienten berücksichtigen.