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Berlin-Wahl
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Wie wird die Apotheke krisenfest?

Gesundheitsversorgung ist essenziell – gerade im Krisenfall. Doch Deutschland ist kaum auf diesen vorbereitet. Daher wurde am Mittwochabend in Berlin darüber diskutiert, wie die Gesundheitsversorgung in der Hauptstadt resilienter werden kann.
AutorKontaktLukas Brockfeld
Datum 03.09.2026  10:30 Uhr

Versandhandel verbieten?

Später erklärte Sonja Radde auch, warum ihre Partei den Versandhandel mit Arzneimitteln grundsätzlich verbieten möchte. »Eine Apotheke ist kein Medikamentensupermarkt, sondern ein essenzieller Bestandteil unserer Versorgung. Das geht nur über den persönlichen Kontakt«, betonte die Linke. Die Apotheken seien für viele Menschen nicht nur im Krisenfall unverzichtbar. Die Versender seien mit ihren unfairen Wettbewerbspraktiken eine Gefahr für diese essenzielle Infrastruktur.

Christian Zander möchte sich im Bundesrat für ein Verbot des Versandhandels einsetzen. »Wir machen immer viele Verrenkungen, um die Apotheken zu stärken, hier lassen wir zu, dass das einfach ins Ausland wandert«, klagte der Christdemokrat. Als weiteres großes Problem nannte er die fehlenden Temperaturkontrollen in den Lieferwagen.  Diese Praxis sollte nach Möglichkeit gänzlich verboten werden.

Felix Recke-Friedrich kritisierte auch, dass zu viele Anbieter wie dm ohne ausreichende Kontrolle in den Gesundheitsmarkt vorstießen. »Wir müssen darüber diskutieren, wie wir mit Gesundheitskompetenz umgehen. Mit Blick auf Social-Media-Trends, Abnehmspritzen & Co. liegt aktuell einiges im Argen. Aber wir sollten neue Angebote nicht verteufeln und auch als Chance sehen«, sagte der FDP-Politiker.

Christian Zander äußerte sich grundsätzlich wohlwollend zu Angeboten wie Augenscreenings. Aber Drogerieketten seien dafür der falsche Ort. »Da ist niemand, an den ich mich wenden kann, wenn ich Fragen habe. Wenn ein solches Screening in einer Apotheke stattfände, könnte ich das eher nachvollziehen. So ein Angebot gehört in die richtigen Hände«, betonte der Christdemokrat.

In angeregter Diskussion mit rund 30 Apothekerinnen und Apothekern sowie Ärztinnen und Ärzten wurde deutlich, dass die Resilienz des System bei stabilen wirtschaftlichen Verhältnissen beginnt. Die Ärzteschaft bemängelt die Sparmaßnahmen im GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz, die Vertreter der Apotheker verwiesen auf die unfairen Rahmenbedingungen gegenüber dem Versandhandel, der sich nicht an geltende Vorschriften halte.

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