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Corona-Kennzahlen

Wie wichtig werden Klinikdaten in der Pandemie?

In der Coronavirus-Pandemie gibt es viele Kennzahlen, die eine Aussage über das Infektionsgeschehen treffen. Viele davon beschreiben die Situation in den Krankenhäusern. Eine Übersicht über die verschiedenen Daten.
dpa
27.08.2021  15:00 Uhr

Den einen perfekten Wert, von dem sich nötige Corona-Maßnahmen ableiten lassen, hat es in der Pandemie noch nie gegeben. Es wird weiter erforderlich sein, mehrere Faktoren im Blick zu haben. Verschiebungen bei der Gewichtung der Daten sind mit Fortschritten bei den Impfungen aber durchaus möglich. So wird wohl die Situation in den Krankenhäusern bald eine größere Rolle spielen als die reinen Infektionszahlen. Welche Klinik-Kennzahlen gibt es und was sagen sie aus?

Was bedeutet die «7-Tage-Inzidenz Hospitalisierung»? Neben der 7-Tage-Inzidenz für neu registrierte Ansteckungen wird in der Pandemie auch die Zahl der Menschen erfasst, die wegen einer Covid-19-Diagnose in eine Klinik kommen. Diese «7-Tage-Inzidenz Hospitalisierung» bildet die übermittelten Fälle über eine Woche pro 100.000 Einwohner ab. Fälle, in denen ein Patient wegen einer anderen Erkrankung oder wegen einer OP in die Klinik kommt und bei dem bei einem Test auch Corona nachgewiesen wird, sollen von den Krankenhäusern nicht mit gemeldet werden. Im Lagebericht des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Donnerstag überschritt der Wert die 1,5, Tendenz weiter steigend. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5. Die Berechnung der 7-Tage-Inzidenz erfolgt nach RKI-Angaben auf Basis des Meldedatums an das lokale Gesundheitsamt.

Gibt es bei der Hospitalisierungs-Inzidenz eine kritische Grenze? Für die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) gibt es aktuell keinen festen Grenzwert, ab dem die Lage unbeherrschbar würde. Vielmehr müsse man differenzieren. «Der Engpass bleiben die Patienten, die mit Covid auf einer Intensivstation liegen», sagt Gerald Gaß, Vorstandsvorsitzender der DKG. Aus der Erfahrung der Pandemie-Wellen wisse man, dass bundesweit gesehen auf Intensivstationen grundsätzlich eine Belastungsgrenze bei rund 5000 Covid-19-Fällen liege. Das gelte aber bereits unter der Voraussetzung, dass planbare Operationen verschoben würden.

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