| Paulina Kamm |
| 26.08.2026 13:30 Uhr |
Ein weiteres zentrales Ergebnis der Befragung betrifft die Ausbildungsvergütung. Die große Mehrheit der Schulen hält sie für einen entscheidenden Baustein, um die PTA-Ausbildung wieder attraktiver zu machen. Nach Einschätzung der Befragten würde eine Vergütung mehr junge Menschen für den Beruf begeistern, finanzielle Hürden abbauen, Ausbildungsabbrüche reduzieren und die gesellschaftliche Wertschätzung des Berufs erhöhen. Bei der Finanzierung sehen viele Schulen den Staat in der Verantwortung, gleichzeitig werden Modelle mit einer Beteiligung von Apotheken und Apothekerkammern als sinnvoll angesehen.
Laut Bundesagentur für Arbeit ist die PTA-Ausbildung bundesweit einheitlich geregelt. Beim Schulgeld hingegen tun sich einige Unterschiede auf, wie der BVpta beschreibt. »Die Bundesländer an sich sind schulgeldfrei, aber es gibt noch die ein oder andere Privatschule, die eine Gebühr verlangen«, so Bettina Schwarz. Laut Bundesagentur für Arbeit können Auszubildende hierfür eine Förderung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz erhalten. »Der praktische Teil der Ausbildung ist für die Auszubildenden kostenlos – auch die Arbeitsmittel werden kostenlos zur Verfügung gestellt«, so ein Sprecher der Arbeitsagentur.
Die Bundesländer, in denen die Ludwig Fresenius Schulen vertreten sind, stellen meist eine anteilige Förderung bereit: Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Thüringen. Die Auszubildenden müssen demnach meist nur für Material- und Prüfungsgebühren je nach Landesförderung aufkommen. »Allerdings erwägen einzelne Bundesländer derzeit, die Förderung der PTA-Schulen künftig wieder zu kürzen, sodass die Schüler:innen dort wieder stärker beteiligt werden müssten«, prognostiziert der Sprecher.
Die Bundesagentur für Arbeit meldet auf Anfrage knapp 800 Bewerberinnen und Bewerber seit Oktober 2025. Die Ludwig Fresenius Schulen bilden eigenen Angaben zufolge in Frankfurt am Main, Idstein, Marburg, Oldenburg, Dortmund, Koblenz, Zwickau, Erfurt und Mühlhausen PTA aus. »Zum aktuellen Zeitpunkt (Stand: 5. August) verzeichnen wir rund 2000 Bewerber:innen«, sagt der Sprecher der Schulen. Dies sei allerdings nur ein Zwischenstand. »Wir rechnen mit insgesamt mehr als 500 Schüleraufnahmen für das Jahr 2026«, so der Sprecher.
Die Nachfrage sei summa summarum gut bis sehr gut. »Allerdings spüren wir, dass Ausbildungen, die über die komplette Dauer vergütet werden, in Zeiten der Wirtschaftsschwäche zunehmend an Bedeutung gewinnen«, wendet der Sprecher ein. Auch die Bernd Blindow Schulen hat die PZ zum Thema angefragt; diese möchten allerdings laut einer Sprecherin keine Auskunft geben.
Für den BVpta liefern die Ergebnisse einen wichtigen Beitrag zur aktuellen Diskussion über die Zukunft der PTA-Ausbildung. Der BVpta will die Erkenntnisse in den politischen Dialog einbringen und sich gemeinsam mit Schulen, Berufsverbänden, Kammern und weiteren Akteuren für eine Reform einsetzen, die den Anforderungen einer modernen Arzneimittelversorgung gerecht wird und den PTA-Beruf langfristig stärkt.