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Ausbildungsstart
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Wie steht es um Deutschlands PTA-Schulen?

Eine bundesweite Befragung von 57 PTA-Schulen hat es offengelegt: Es besteht Handlungsbedarf. Ganz oben auf der Agenda stehen dabei mehr Praxis und Ausbildungsvergütung. Auf Anfrage der PZ lieferten Schulen und Institutionen Informationen zum Ausbildungsstart.
AutorKontaktPaulina Kamm
Datum 26.08.2026  13:30 Uhr

Zum August wie auch zum September und Oktober beginnen in einigen Bundesländern die Ausbildungen zur Pharmazeutisch-technischen Assistenz (PTA). Die PTA-Ausbildung soll praxisnäher, attraktiver und zukunftsfähiger gestaltet werden. Das ist das Ergebnis einer bundesweiten Umfrage des Bundesverbands PTA, an der sich 57 PTA-Schulen beteiligt haben. Zwar kann sich eine Mehrheit der Schulen grundsätzlich eine Verlängerung der Ausbildung auf drei Jahre vorstellen – allerdings nur, wenn diese mit einer umfassenden inhaltlichen Reform verbunden ist.

»Die Ergebnisse senden ein deutliches Signal an die Politik: Die PTA-Schulen sind bereit, Veränderungen mitzutragen. Sie erwarten aber Reformen, die die Ausbildungsqualität verbessern und den Beruf nachhaltig stärken. Eine längere Ausbildung allein macht den Beruf weder attraktiver, noch löst sie den Fachkräftemangel«, erklärt Anja Zierath, Bundesvorsitzende des BVpta.

Besonders deutlich fällt der Wunsch nach einem stärkeren Praxisbezug aus. Die Schulen sprechen sich für eine engere Verzahnung von Unterricht und praktischer Ausbildung in der Apotheke aus. Frühzeitige Praxiseinsätze, eine kontinuierliche praktische Begleitung und moderne Lehrkonzepte sollen die Kompetenzentwicklung fördern, die Motivation der Auszubildenden stärken und den Einstieg in den Berufsalltag erleichtern. Entsprechend groß ist auch die Zustimmung zu einem dualen Ausbildungsmodell, das Theorie und Praxis deutlich enger miteinander verbindet.

Rahmenbedingungen für eine Reform der PTA-Ausbildung

Trotz der großen Reformbereitschaft weisen die Schulen auch auf notwendige Rahmenbedingungen hin. Eine erfolgreiche Neuausrichtung der Ausbildung erfordere ausreichend finanzielle und personelle Ressourcen, genügend Ausbildungsapotheken, eine enge Abstimmung zwischen Schulen und Praxisbetrieben sowie modernisierte Lehrpläne. Entscheidend sei zudem, die Qualität der praktischen Ausbildung dauerhaft sicherzustellen.

Über die konkreten Reformvorschläge hinaus wünschen sich viele Schulen eine stärkere Wertschätzung des PTA-Berufs. In den Freitextantworten wurde mehrfach angemerkt, dass die öffentliche Wahrnehmung der Apotheken und insbesondere der PTA häufig zu einseitig sei. Die vielfältigen und verantwortungsvollen Aufgaben – etwa in Rezeptur und Labor – seien in der Bevölkerung kaum bekannt. Gleichzeitig sprechen sich die Schulen für verbindliche Aufstiegsqualifikationen mit anerkanntem Abschluss und einer angemessenen finanziellen Anerkennung aus.

Schulgelddebatte reißt nicht ab

Ein weiteres zentrales Ergebnis der Befragung betrifft die Ausbildungsvergütung. Die große Mehrheit der Schulen hält sie für einen entscheidenden Baustein, um die PTA-Ausbildung wieder attraktiver zu machen. Nach Einschätzung der Befragten würde eine Vergütung mehr junge Menschen für den Beruf begeistern, finanzielle Hürden abbauen, Ausbildungsabbrüche reduzieren und die gesellschaftliche Wertschätzung des Berufs erhöhen. Bei der Finanzierung sehen viele Schulen den Staat in der Verantwortung, gleichzeitig werden Modelle mit einer Beteiligung von Apotheken und Apothekerkammern als sinnvoll angesehen.

Laut Bundesagentur für Arbeit ist die PTA-Ausbildung bundesweit einheitlich geregelt. Beim Schulgeld hingegen tun sich einige Unterschiede auf, wie der BVpta beschreibt. »Die Bundesländer an sich sind schulgeldfrei, aber es gibt noch die ein oder andere Privatschule, die eine Gebühr verlangen«, so Bettina Schwarz. Laut Bundesagentur für Arbeit können Auszubildende hierfür eine Förderung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz erhalten. »Der praktische Teil der Ausbildung ist für die Auszubildenden kostenlos – auch die Arbeitsmittel werden kostenlos zur Verfügung gestellt«, so ein Sprecher der Arbeitsagentur.

Die Bundesländer, in denen die Ludwig Fresenius Schulen vertreten sind, stellen meist eine anteilige Förderung bereit: Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Thüringen. Die Auszubildenden müssen demnach meist nur für Material- und Prüfungsgebühren je nach Landesförderung aufkommen. »Allerdings erwägen einzelne Bundesländer derzeit, die Förderung der PTA-Schulen künftig wieder zu kürzen, sodass die Schüler:innen dort wieder stärker beteiligt werden müssten«, prognostiziert der Sprecher.

Wie viele Anwärter und Anwärterinnen gibt es?

Die Bundesagentur für Arbeit meldet auf Anfrage knapp 800 Bewerberinnen und Bewerber seit Oktober 2025. Die Ludwig Fresenius Schulen bilden eigenen Angaben zufolge in Frankfurt am Main, Idstein, Marburg, Oldenburg, Dortmund, Koblenz, Zwickau, Erfurt und Mühlhausen PTA aus. »Zum aktuellen Zeitpunkt (Stand: 5. August) verzeichnen wir rund 2000 Bewerber:innen«, sagt der Sprecher der Schulen. Dies sei allerdings nur ein Zwischenstand. »Wir rechnen mit insgesamt mehr als 500 Schüleraufnahmen für das Jahr 2026«, so der Sprecher.

Die Nachfrage sei summa summarum gut bis sehr gut. »Allerdings spüren wir, dass Ausbildungen, die über die komplette Dauer vergütet werden, in Zeiten der Wirtschaftsschwäche zunehmend an Bedeutung gewinnen«, wendet der Sprecher ein. Auch die Bernd Blindow Schulen hat die PZ zum Thema angefragt; diese möchten allerdings laut einer Sprecherin keine Auskunft geben.

Für den BVpta liefern die Ergebnisse einen wichtigen Beitrag zur aktuellen Diskussion über die Zukunft der PTA-Ausbildung. Der BVpta will die Erkenntnisse in den politischen Dialog einbringen und sich gemeinsam mit Schulen, Berufsverbänden, Kammern und weiteren Akteuren für eine Reform einsetzen, die den Anforderungen einer modernen Arzneimittelversorgung gerecht wird und den PTA-Beruf langfristig stärkt.

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