| Paulina Kamm |
| 26.08.2026 13:30 Uhr |
Den Spruch »Lehrjahre sind keine Herrenjahre« kennt wohl jede Person, die eine Berufsausbildung absolviert hat. / © Adobe Stock/pikselstock
Zum August wie auch zum September und Oktober beginnen in einigen Bundesländern die Ausbildungen zur Pharmazeutisch-technischen Assistenz (PTA). Die PTA-Ausbildung soll praxisnäher, attraktiver und zukunftsfähiger gestaltet werden. Das ist das Ergebnis einer bundesweiten Umfrage des Bundesverbands PTA, an der sich 57 PTA-Schulen beteiligt haben. Zwar kann sich eine Mehrheit der Schulen grundsätzlich eine Verlängerung der Ausbildung auf drei Jahre vorstellen – allerdings nur, wenn diese mit einer umfassenden inhaltlichen Reform verbunden ist.
»Die Ergebnisse senden ein deutliches Signal an die Politik: Die PTA-Schulen sind bereit, Veränderungen mitzutragen. Sie erwarten aber Reformen, die die Ausbildungsqualität verbessern und den Beruf nachhaltig stärken. Eine längere Ausbildung allein macht den Beruf weder attraktiver, noch löst sie den Fachkräftemangel«, erklärt Anja Zierath, Bundesvorsitzende des BVpta.
Besonders deutlich fällt der Wunsch nach einem stärkeren Praxisbezug aus. Die Schulen sprechen sich für eine engere Verzahnung von Unterricht und praktischer Ausbildung in der Apotheke aus. Frühzeitige Praxiseinsätze, eine kontinuierliche praktische Begleitung und moderne Lehrkonzepte sollen die Kompetenzentwicklung fördern, die Motivation der Auszubildenden stärken und den Einstieg in den Berufsalltag erleichtern. Entsprechend groß ist auch die Zustimmung zu einem dualen Ausbildungsmodell, das Theorie und Praxis deutlich enger miteinander verbindet.
Trotz der großen Reformbereitschaft weisen die Schulen auch auf notwendige Rahmenbedingungen hin. Eine erfolgreiche Neuausrichtung der Ausbildung erfordere ausreichend finanzielle und personelle Ressourcen, genügend Ausbildungsapotheken, eine enge Abstimmung zwischen Schulen und Praxisbetrieben sowie modernisierte Lehrpläne. Entscheidend sei zudem, die Qualität der praktischen Ausbildung dauerhaft sicherzustellen.
Über die konkreten Reformvorschläge hinaus wünschen sich viele Schulen eine stärkere Wertschätzung des PTA-Berufs. In den Freitextantworten wurde mehrfach angemerkt, dass die öffentliche Wahrnehmung der Apotheken und insbesondere der PTA häufig zu einseitig sei. Die vielfältigen und verantwortungsvollen Aufgaben – etwa in Rezeptur und Labor – seien in der Bevölkerung kaum bekannt. Gleichzeitig sprechen sich die Schulen für verbindliche Aufstiegsqualifikationen mit anerkanntem Abschluss und einer angemessenen finanziellen Anerkennung aus.