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ABDA-Präsidentschaft
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Wie Overwiening die Apotheken zukunftsfähig machen will

Am 9. Dezember wird der neue ABDA-Präsident gewählt – oder sehr wahrscheinlich die neue Präsidentin. Denn seit dem gestrigen Donnerstag steht endgültig fest: Westfalen-Lippes Kammerpräsidentin Gabriele Regina Overwiening ist die einzige Kandidatin für den Spitzenposten. Die PZ sprach mit ihr über ihre Ziele für die Apotheker.
AutorKontaktDaniela Hüttemann
Datum 13.11.2020  16:30 Uhr

Packungshonorar plus Dienstleistungen

Für sie ist das Ansehen des Apothekers in der Gesellschaft eng mit der Wahrnehmung des Arzneimittels verknüpft. Ein weiteres wichtiges Ziel der Präsidentschaftskandidatin ist daher auch eine angemessene Würdigung der Leistung der Apotheken – auch in Betracht der wirtschaftlichen Honorierung. »Wir müssen die Apotheke vor Ort stabilisieren«, so Overwiening. Die Basishonorierung müsse dafür dynamisiert und durch weitere Honorar-Bausteine ergänzt werden.

»Wir brauchen mehr Elemente, die wir zielgerichtet weiterentwickeln können, die auch honoriert werden«, fordert die Apothekerin. In erster Linie, aber nicht nur, seien dies die pharmazeutischen Dienstleistungen. Alle Apotheken sollten hier befähigt werden, eigene Leistungen zu entwickeln und anzubieten. »Wir müssen überlegen, was die Gesellschaft von morgen von uns Apotheken haben will – das ist das, was die Apotheken vor Ort stärkt und stabilisiert«, so Overwiening.

Honorar für das Abraten von Arzneimitteln

Auch hier sollten die Apotheker selbstbewusst auftreten, sich auf ihre Kompetenzen berufen, mehr Verantwortung gerade in der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) einfordern und den Patienten niedrigschwellige Angebote machen. »Wir sind nicht dafür da, den Ärzten einfach nur Daten zur Medikation zu liefern, eine Sicherung der AMTS ist nur mit uns möglich«, stellt die Kammerpräsidentin klar.

»Wenn ich sehe, dass sich etwas an der Arzneimitteltherapie verbessern lässt, sei es ob ein Arzneimittel fehlt oder zu viel ist, auch wenn es auf dem Rezept steht, sollten wir aktiv werden können.« Es sollte dabei zum Beispiel auch ein Honorar für das Abraten geben. »Ich will dafür kämpfen, dass gesehen und honoriert wird, was wir bereits heute täglich leisten.«

Letztlich gehe es immer um das Patientenwohl. Dies sei die Daseinsberechtigung aller Beteiligten im Gesundheitswesen. Die Apotheker hätten sich im Laufe der Jahrzehnte kaum dagegen gewehrt, dass originäre pharmazeutische Arbeiten von anderen übernommen wurden, zum Beispiel Laboranalysen von den Ärzten oder die Herstellung von der Industrie. Umgekehrt sieht sie kein Problem darin, wenn nun Apotheker zum Beispiel mit dem Impfen beginnen. 

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