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Weniger ist mehr
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Wie man klar kommuniziert

Eine klare Kommunikation ist für alle Lebensbereiche entscheidend, ob in der Kindererziehung, mit dem Partner oder im Job, gerade im Gesundheitsbereich. Wie das gelingt, war Thema der Keynote beim 125-jährigen Jubiläum der Apothekerkammer Niedersachsen.
AutorKontaktDaniela Hüttemann
Datum 11.05.2026  16:20 Uhr
Die Feinde der Klarheit: Etikettierung und Beschönigung

Die Feinde der Klarheit: Etikettierung und Beschönigung

Als »Feinde der Klarheit« in der Kommunikation bezeichnete der Redner »Etikettierungen« und Euphemismen. Wer den anderen sofort in eine Schublade stecke, ersticke jede Debatte im Keim. Das sei heute in der Gesellschaft leider immer mehr der Fall, Stichwort Migration oder Corona-Impfungen. Es gibt kaum noch Raum für einen differenzierten Austausch, wenn man direkt vom Gegenüber als »Schwurbler« oder »Impf-Schaf« eingestuft wird.

Auch von Beschönigungen (Euphemismen) hält Borbonus nichts, zum Beispiel, wenn ein Arzt oder eine Ärztin dem Patienten oder der Patientin eine Diagnose mitteilt. »Klarheit kann schmerzhaft sein und einem den Boden unter den Füßen wegziehen. Aber darüber kommt man auch ins Handeln.«

Unter dem Punkt »Klarheit von uns« hatte Borbonus drei weitere rhetorische Tipps: Keine Fragen zu stellen, wo man eine Aussage machen müsste (den Mitarbeitenden nicht fragen, ob er dies oder jenes erledigen möchte, sondern die Aufgabe konkret auftragen), ein »Nein« nicht zu begründen (manchmal reden und diskutieren wir auch zu viel) und Drohungen nicht mit Konsequenzen zu verwechseln. Eine Konsequenz folgt logischerweise aus einem bestimmten Verhalten, während eine Drohung oft nicht umsetzbar sei.

Optimistisch bleiben, Probleme lösen

Bei allen Tipps zur Verbesserung der Kommunikation riet Borbonus zum Abschluss dazu, nicht dem Perfektionismus zu verfallen. Das könne auch Aggressionen erzeugen. »Wir brauchen wieder eine positive Stimmung«, auch bezogen auf das ganze Land. Große Probleme habe es stets gegeben, die wir bislang immer lösen konnten. Borbonus nannte die Kubakrise, das Waldsterben und das Ozonloch als Beispiele.

Er glaubt, dass die Stimmung im Land an jedem einzelnen von uns hängt und plädiert dafür, aktiv nach positiven Nachrichten zu suchen und einen Grundoptimismus zu behalten. »Die Welt geht nicht unter, wenn wir etwas dagegen tun – und dafür braucht es gute Stimmung.«

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