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Primärversorgungssystem 
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Wie lassen sich die Patienten steuern? 

Bei einer vom GKV-Spitzenverband organisierten Podiumsdiskussion war man sich weitgehend einig, dass ein Primärversorgungssystem die Effizienz im Gesundheitswesen erhöhen kann. Doch wie sollen die Patienten konkret gesteuert werden? 
AutorKontaktLukas Brockfeld
Datum 20.05.2026  14:30 Uhr

Schnelle Termine für Selbstzahler? 

Kontrovers wurde über die Frage diskutiert, ob es künftig möglich sein soll, dass Patientinnen und Patienten gegen eine Gebühr auf eigene Faust einen Facharzt aufsuchen. »Diese Möglichkeit sollte man schon eröffnen. Aber das muss entsprechend vergütet werden. Wenn es Kosten erzeugt und Probleme mit sich bringt, dann muss das durch einen höheren Beitrag vergütet werden«, sagte Tino Sorge. Er sei allerdings optimistisch, dass die meisten Patienten ein gutes Primärversorgungssystem akzeptieren werden und dann keinen Bedarf hätten, das Ersteinschätzungsverfahren zu umgehen. 

Janosch Dahmen warnte vor der Entstehung einer Drei-Klassen-Medizin, in der GKV-Versicherte nur noch das Nötigste bekämen, während wohlhabende Patienten durch eigene Zahlungen bessere und schnellere Behandlungen bekämen. Als dritte Klasse nannte er die Privatversicherten. »Dann hätten wir alles falsch gemacht, was man falsch machen kann. Dann würde das ganze System nicht aufgehen. Wir hätten trotzdem verstopfte Facharztpraxen mit vielen medizinisch nicht sinnvollen Terminen. Wir hätten weiterhin Risiken der Über- und Fehlversorgung und bekämen die Vorteile des Primärversorgungssystems nicht auf die Straße«, warnte der Grüne. 

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