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Unsichtbare Partikel
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Wie groß ist das Risiko durch Feinstaub?

Trotz sinkender Belastung bleibt Feinstaub eine unsichtbare Gefahr und kann lebensgefährliche Krankheiten begünstigen. Wie viel landet in unseren Lungen – und welche Faktoren spielen neben Wetter und Verkehr eine Rolle?
AutorKontaktdpa
Datum 01.07.2026  12:30 Uhr

Wie hoch sind die Grenzwerte?

Das regelt für Deutschland das Europarecht: Der PM10-Tagesmittelwert darf demnach nicht öfter als 35 Mal im Jahr mehr als 50 Mikrogramm pro Kubikmeter betragen. Bei PM2,5 liegt der Grenzwert bei 25 Mikrogramm pro Kubikmeter im Jahresmittel. Laut Umweltministerium hält Deutschland beides ein. Die Feinstaubbelastung nimmt dem UBA zufolge seit Jahren deutlich ab. Von der WHO gebe es deutlich strengere Vorgaben, sagt Altmann. Diese halte Deutschland nicht ein.

Wie kann man das individuell messen? Die Projektpartner haben einen Prototyp für eine App entwickelt, mit dem Menschen erstmals unterwegs die Feinstaubbelastung erfassen konnten. Alle zehn Sekunden werden der Standort und die örtliche Feinstaubkonzentration per Google abgerufen. Verrechnet mit der Geschwindigkeit und dem durchschnittlichen Atemvolumen zeigt die App die inhalierte Feinstaubmenge. »Daraus kann man das Gesundheitsrisiko ableiten«, sagt Altmann.

Wo treten eher hohe Werte auf, wo eher niedrige?

»Bei Feinstaub macht Heizen von Gebäuden den größten Anteil aus«, sagt der Experte vom Institut für Sport und Sportwissenschaft am KIT. Hier variiere die Belastung nicht so stark wie beim Verkehr, wo sie sich in Innenstädten innerhalb kurzer Zeit schnell verändern könne. »Allerdings spielen beim Verkehr auch andere Schadstoffe wie Stickoxide eine Rolle«, so Altmann. Häuserschluchten und Berufsverkehr sollte man also nach Möglichkeit meiden.

In ländlicheren Regionen seien die Feinstaubwerte in der Regel niedriger. Mit simulierten Daten von Leihrädern zeigten die Forschenden, dass Menschen selbst bei kurzen Fahrten in einer Metropole wie München mehr Feinstaub einatmen als bei doppelt so langen Fahrten im deutlich kleineren Rastatt.

Macht es einen Unterschied, ob ich mit dem Rad oder zu Fuß unterwegs bin? Ja, denn die Menschen atmen bei Bewegung viel mehr Luft ein. Allerdings sei man zu Fuß langsamer unterwegs als mit dem Rad, ordnet Altmann ein. Eine Beispielrechnung für eine innerstädtische Strecke von zwei Kilometern bei einer mittleren Feinstaubbelastung von zehn Mikrogramm pro Kubikmeter Luft macht die Unterschiede deutlich: Gehend – bei 4 Kilometern pro Stunde – brauche man eine halbe Stunde und komme bei einem Atemvolumen von 25 Litern pro Minute auf 7,5 Mikrogramm Feinstaub.

Auf dem Rad – mit 15 Kilometern pro Stunde – atme man zwar 35 Liter pro Minute ein, brauche aber nur acht Minuten und atme so 2,8 Mikrogramm ein. Für die eingeatmete Luftmenge hat das Team mit einem Richtwert gerechnet. In der Realität hänge sie etwa von Gewicht, Geschlecht und Fitnessniveau ab.

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