Feinstaub ist ein Sammelbegriff für kleinste Partikel in der Luft. Sie können beispielsweise bei Verbrennungsprozessen entstehen – etwa in Fahrzeugen, Kraftwerken und bei Feuerwerk. / © Adobe Stock/chartphoto
Die Feinstaubbelastung in Deutschland sinkt seit Jahren. Dennoch möchte wohl niemand die winzigen Partikel einatmen. Das aber ist unvermeidlich. Wie viel Feinstaub Menschen auf ihren täglichen Wegen in Ballungsgebieten zu Fuß oder auf dem Rad aufnehmen, haben Forschende des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) mit Partnern erfasst.
Was ist Feinstaub überhaupt? Feinstaub ist ein Sammelbegriff für kleinste Partikel in der Luft. Sie können aus natürlichen Quellen wie Vulkanen stammen, aber auch von Menschen verursacht werden. Beispiele für die Entstehung sind Verbrennungsprozesse – etwa in Fahrzeugen, Kraftwerken und bei Feuerwerk. »Feinstaub ist mit bloßem Auge nicht wahrzunehmen«, erklärt das Umweltbundesamt (UBA). Lediglich während bestimmter Wetterlagen sei Feinstaub in Form einer »Dunstglocke« zu sehen.
Die Partikel werden in verschiedene Größenklassen eingeteilt, die für Grenzwerte wichtig sind. Die Abkürzung PM steht dabei laut Bundesumweltministerium für die englische Bezeichnung »particulate matter«. Partikel der Kategorien PM10 sind höchstens 10 Mikrometer groß, bei PM2,5 sind es 2,5 Mikrometer (Tausendstel Millimeter).
Je kleiner Partikel sind, desto tiefer gelangen sie in den Atemtrakt – teils bis in die Lungenbläschen, wie das UBA erläutert. »Die Feinstaubpartikel lösen Entzündungen und Stress in menschlichen Zellen aus.« Abhängig von Menge und Dauer könne das zu Asthma, Bronchitis oder Lungenkrebs führen, das Herz-Kreislauf-System etwa in puncto Bluthochdruck oder den Stoffwechsel beeinflussen und zum Beispiel Diabetes und Demenz begünstigen.
Auch könnten sich an der Oberfläche von Stäuben gefährliche Stoffe wie Schwermetalle oder Krebs erzeugende polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) anlagern. Das Deutsche Krebsforschungszentrum nennt Feinstaub ebenfalls als wichtigen Krebsrisikofaktor.
Feinstaub erhöht auch die Sterblichkeit. Etwa ein Drittel der Erkrankungen an Asthma, Krebs und Covid-19 werden durch Feinstaub verursacht beziehungsweise begünstigt, wie Stefan Altmann vom KIT sagt. Die Belastung sollte also so gering wie möglich sein, betont das UBA: »Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat in Untersuchungen festgestellt, dass es keine Feinstaubkonzentration (bezogen auf PM10 und PM2,5) gibt, unterhalb derer eine schädigende Wirkung ausgeschlossen werden kann.«
Das Virus SARS-CoV-2 hat unsere Welt verändert. Seit Ende 2019 verbreitet sich der Erreger von Covid-19 und stellt die Wissenschaft vor enorme Herausforderungen. Sie hat sie angenommen und rasch Tests und Impfungen, auch für Kinder, entwickelt. Eine Übersicht über unsere Berichterstattung finden Sie auf der Themenseite Coronavirus.