Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Athen
-
Wie eine Apotheke Medikamente, Musik und Bücher kombiniert

Antonia Zervoudaki hat eine alte Buchhandlung übernommen und in eine Apotheke umgewandelt. Sie möchte jedoch nicht nur mit Medikamenten etwas Gutes für die Gesundheit tun. Mit Musik und Büchern will die Apotheke »Farmatseio« in der griechischen Hauptstadt Athen den Menschen bei Stress helfen.
AutorKontaktAlexandra Amanatidou
Datum 28.10.2026  14:00 Uhr

Als Kind wollte die Apothekerin Zervoudaki eine Buchhandlung eröffnen. Sie träumte damals von einem Ort, an dem man Bücher über Gesundheit lesen und sich gleichzeitig zu Therapien und Arzneimitteln beraten lassen kann. Nun ist ihr Traum teilweise in Erfüllung gegangen: Sie betreibt eine Apotheke, in der man Bücher lesen und sogar Klavier spielen kann. »Fast jeden Tag ist jemand hier und spielt Klavier«, sagt Zervoudaki am Telefon. In der Nähe befinden sich mehrere Musikschulen, weshalb viele bei der seit einem Monat eröffneten Apotheke Halt machen.

Zuvor war in dem Laden14 Jahre lang eine Buchhandlung untergebracht, die griechische und fremdsprachige Literatur führte. Zervoudaki ist mit der ehemaligen Besitzerin befreundet. Während sie bei einem Glas Wein nach einer Lösung für die Räumlichkeiten suchten, kam Zervoudaki die Idee, die Buchhandlung zu übernehmen und eine Apotheke daraus zu machen. Dabei behielt sie einige Elemente der Buchhandlung bei, wie etwa das Klavier und die Bücher. Diese dienen jedoch nicht nur der Dekoration. Das Klavier kann gespielt und die Bücher gelesen werden. Einige der Bücher sind sogar Sammelstücke, so die Apothekerin. Verkauft werden sie jedoch nicht.

Mit der Apotheke möchte sie den Menschen dabei hilft, dem Stress zu entkommen. »Hier sollen die Menschen direkt zur Ruhe kommen und den Alltag entschleunigen können.«

Die Verwirklichung eines Traums

»Es war überhaupt nicht in meinen Plänen, eine zweite Apotheke zu eröffnen«, teilt Zervoudaki mit. Die Apothekerin betreibt nämlich bereits seit 2024 eine andere Apotheke in Athen, die ebenfalls »Farmatseio« heißt. 

»Farmatseio« ist eigentlich nicht der in Griechenland übliche Begriff für Apotheken, sondern »Farmakeio«. Die Variante mit »ts« stammt aus einem Dialekt, der auf Kreta gesprochen wird, wo Zervoudaki aufgewachsen ist. Damit wollte sie ein Stück Heimat in die Hauptstadt bringen.

Auf die Frage, ob sie eine spezielle Genehmigung benötigt, um die Apotheke zu betreiben, in der auch gelesen und musiziert werden kann, antwortet sie: »Da die Bücher nicht zum Verkauf bestimmt sind, mussten wir keine weiteren Maßnahmen ergreifen.« Die ohnehin bereits durchgeführte Vor-Ort-Besichtigung durch die zuständige Regionalbehörde habe ausgereicht.

Bald soll auch die obere Etage zur Verfügung stehen. Dort können Menschen die Bücher der Apotheke dann in entspannter Atmosphäre lesen. Künftig sind dort auch Lesungen zur Veröffentlichung neuer Bücher sowie Veranstaltungen zu gesundheitlichen Themen geplant.

Mehr von Avoxa