| Laura Rudolph |
| 12.03.2026 07:00 Uhr |
Als hilfreiche Taktik nennt das PEI das sogenannte Faktensandwich, eine Kommunikationsform aus der kognitiven Psychologie: Zunächst wird ein wissenschaftlich gesicherter Fakt benannt, anschließend die zentrale Falschinformation kurz widerlegt und am Ende der ursprüngliche Fakt erneut bekräftigt. »Diese Methode dient dazu, verbreitete Impfmythen verständlich zu entkräften, ohne den Mythos im Gedächtnis zu verstärken«, erklärt das Institut. Fachjargon sollte dabei möglichst vermieden werden.
Als weitere hilfreiche Gesprächstechniken empfehlen sich laut PEI »Rebuttal« (Entgegnung) und »Inoculation« (kognitive Impfung). Beim Rebuttal reagiert man direkt auf eine konkrete Behauptung: Man nimmt die Aussage ernst, zeigt die Fehler in der Argumentation auf und stellt ihr eine faktenbasierte, logisch nachvollziehbare Einordnung gegenüber.
Inoculation wirkt dagegen vorbeugend. Noch bevor jemand mit einem Impfmythos oder einer typischen Fehlinformation in Kontakt kommt, werden ihm abgeschwächte Varianten solcher Inhalte vorgestellt – zusammen mit einer Erklärung, warum sie irreführend sind. Dadurch entsteht eine Art geistiges Abwehrsystem, das späteren Falschinformationen besser standhält, ähnlich wie eine Impfung den Körper auf einen Erreger vorbereitet.
»Insgesamt erzielen diese Techniken die besten Ergebnisse, wenn sie auf Vertrauen, Respekt, aktivem Zuhören und Dialog aufbauen, anstatt allein auf sachliche Widerlegung und Korrektur zu setzen«, fasst das PEI zusammen.
Apothekenteams sollten zudem verdeutlichen, wie gefährlich die Krankheiten sein können, gegen die Impfungen schützen. »Gerade die Erfolge von Impfungen haben dazu geführt, dass die Gefährlichkeit vieler Infektionskrankheiten teilweise weitgehend in Vergessenheit geraten sind. Vielen Menschen ist daher nicht klar, was eine entsprechende Erkrankung bedeuten kann«, führt das Institut aus.
Wie schnell sinkende Impfquoten zu einem Wiederanstieg vermeidbarer Infektionen führen können, zeigte sich zuletzt in den USA, wo vermehrt Masernfälle und Todesfälle auftraten. »Masern sind eine hochansteckende Infektionskrankheit, die sich unter ungeimpften Personen schnell verbreitet, während die Impfung zu einem beinahe vollständigen Schutz führt. Gerade bei Masern gilt, dass eine Impfung auch andere Personen schützt, die aus verschiedenen Gründen nicht geimpft werden können«, so das PEI.
An dieser Stelle erinnerte das Institut an das erklärte Ziel der Weltgesundheitsorganisation, die Masern bis 2010 auszurotten. Dies ist allerdings bisher an »fehlender Konsequenz bei den Durchimpfungsraten« nicht gelungen. Allerdings haben Masern-Impfprogramme laut Schätzungen der WHO zwischen den Jahren 2000 und 2024 rund 59 Millionen Todesfälle verhindert.
»Auch Infektionskrankheiten wie Diphterie oder Polio kommen zwar dank der verfügbaren Impfungen in vielen Ländern kaum mehr vor – sie existieren jedoch weiterhin und können sich bei zurückgehenden Impfquoten wieder stärker ausbreiten – mit entsprechenden Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit und die Gesundheit der von einer Erkrankung Betroffenen«, warnt das Institut.
Das Virus SARS-CoV-2 hat unsere Welt verändert. Seit Ende 2019 verbreitet sich der Erreger von Covid-19 und stellt die Wissenschaft vor enorme Herausforderungen. Sie hat sie angenommen und rasch Tests und Impfungen, auch für Kinder, entwickelt. Eine Übersicht über unsere Berichterstattung finden Sie auf der Themenseite Coronavirus.