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Kundgebung in Hannover
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Wenn Philippi Gesundheitsminister von Deutschland wär’

Dann würde der niedersächsische Gesundheitsminister es anders mit den Apotheken handhaben als sein Parteikollege Karl Lauterbach. Zumindest hat er diesen gerade per Brief aufgefordert, die Arzneimittel-Preisverordnung  (AMPreisV) schnellstmöglich anzupassen.
AutorKontaktDaniela Hüttemann
Datum 06.11.2024  16:04 Uhr

Das Problem der »Apotheken ohne Apotheker«

Konstantin Kuhle, Landesvorsitzender der FDP Niedersachsen und stellvertretender Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion, lobte, dass die Apotheken ihrem Ärger und ihrem Anliegen in dieser Form Luft machten. »Wir müssen uns nicht in allem einig sein«, sagte er und betonte zugleich, die Politik können die Apotheken nicht vor der Digitalisierung schützen, womit wohl der Versandhandel gemeint war.

Zugleich sprach er sich für eine flächendeckende hochqualifizierte Versorgung und Beratung aus. Dafür müsse in einem hoch regulierten Bereich wie dem Apothekenmarkt mit den Inhabern als Freien Berufen die Politik die Vergütung anpassen. »Bei steigenden Kosten können die Honorare nicht gleich bleiben«, sagte Kuhle, der selbst Rechtsanwalt und damit Angehöriger der Freien Berufe ist. Vor allem mit der »Apotheke ohne Apotheker« hätten er und seine Partei daher ein Problem.  Die Apothekenreform sei in der jetzigen Form nicht zustimmungsfähig, versicherte er.

Warnung vor »Karlschlag«

Und auch die CDU kam bei der Kundgebung zu Wort. Eike Holsten, Mitglied des Niedersächsischen Landtages, rechnet mit baldigen Bundestagsneuwahlen und riet den Apothekenteams, weiterhin so viele (potenzielle) Bundestagsabgeordnete wie möglich vor Ort einzuladen, um die Dramatik zu zeigen. »Es geht schließlich nicht nur um eine anständige Bezahlung für Sie, sondern auch eine anständige Gesundheitsversorgung für die Menschen.« 

Lauterbach werde bei seiner Linie und seinen Vorhaben bleiben, so Holstens Einschätzung. Es drohe ein »Karlschlag« in der Apothekenlandschaft. Das Verständnis auf Landesebene sei da, allein zweifele er an der Durchsetzungskraft der Länder in dieser Sache. »Sie müssen selbst weiterkämpfen.«

Holsten und Philippi sprachen beide auch die Nachwuchsproblematik an. Auch für die jungen Menschen müssten die Arbeitsplätze in der Apotheke attraktiv bleiben. Zudem wolle sich die CDU dafür stark machen, einen zusätzlichen Studienstandort in Niedersachsen zu etablieren, und zwar in Oldenburg, wo es seit 2012 in Kooperation mit der Universität Groningen auch einen Medizinstudiengang gibt.

LAV-Chef Groeneveld zeigte sich mit der Kundgebung sehr zufrieden. »Ich freue mich über die vielen teilnehmenden Kolleginnen und Kollegen und weiß das Land Niedersachsen hinter uns«, so das Fazit Groenevelds gegenüber der Pharmazeutischen Zeitung. »Man sieht eine parteiübergreifende Einigkeit für die bestehende Struktur – keine Apotheke ohne Apotheker. Ich wünsche mir, dass die Politik endlich einen Weg findet, unser System schnell zu unterstützen.« Er versicherte, dass der Verband weiter dafür kämpfen werde.

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