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Kindergesundheit
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Wenn hohe Cholesterolwerte vererbt sind

Die Oma hatte früh einen Herzinfarkt? Beim Papa ist der Cholesterolwert stark erhöht? Dann kann auch das Kind erhöhte Blutfettwerte haben – erblich bedingt. Warum frühe Abklärung wichtig ist und was Eltern wissen sollten.
AutorKontaktdpa
Datum 28.10.2026  12:00 Uhr

Ob Eltern, Großeltern oder Geschwister: In der Familie gibt es jemanden mit sehr hohen Cholesterolwerten? Oder jemand hat bereits früh im Leben einen Herzinfarkt erlitten?

Ist eines von beidem der Fall, hat die Stiftung Kindergesundheit einen klaren Rat für Eltern: das Thema ansprechen, wenn sie mit ihrem Nachwuchs in der Kinderarztpraxis sind. Beides gibt nämlich Anlass, um abzuklären: Hat das Kind erblich bedingt hohe Cholesterolwerte?

Gendefekt sorgt für zu viel Cholesterol im Blut

Familiäre Hypercholesterolämie (FH) lautet in diesem Fall die Diagnose. Das Portal »gesund.bund.de« verweist auf Schätzungen, nach denen etwa drei von 1000 Menschen von der Fettstoffwechselstörung betroffen sind.

Bei ihnen ist aufgrund eines Gendefekts der Spiegel des »schlechten« LDL-Cholesterols zu hoch. Meist mangelt es in ihrem Körper an Andockstellen, über die das LDL-Cholesterol den Weg in die Zellen findet. Die Folge: Es bleiben größere Cholesterolmengen im Blut zurück, wie das Portal »gesundheitsinformation.de« erklärt.

Mit der Zeit können sich diese Blutfette in den Wänden der Blutgefäße ablagern. Dann fließt weniger Blut durch die Gefäße, was das Risiko für einen Herzinfarkt erhöht, so die Stiftung Kindergesundheit. Tückisch: »Bei einer familiären Hypercholesterolämie beginnt diese Belastung bereits im frühen Kindesalter«, wie die Experten schreiben. Und egal in welchem Alter: Zu hohe Cholesterolwerte spürt man selbst nicht.

Der Weg zur Diagnose

Um eine FH festzustellen, reicht der gemessene LDL-Wert allein im Blut nicht aus. Denn erhöhte Cholesterolwerte können auch andere Ursachen haben. Bei der Diagnostik kommt es also auch auf die persönliche Krankheitsgeschichte des Kindes und auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Familie an. Mitunter sind auch genetische Untersuchungen sinnvoll.

Eine familiäre Hypercholesterolämie kann übrigens zwei Formen haben:

  • Bei der heterozygoten FH hat das Kind die genetische Veränderung von einem Elternteil bekommen. Sie ist die häufigere Variante.
  • Bei der biallelischen FH haben sowohl Mutter als auch Vater den Gendefekt ans Kind vererbt. Diese Form ist deutlich seltener, aber umso kritischer. Bleiben Betroffene unbehandelt, drohen ihnen bereits vor dem 20. Lebensjahr schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen, manchmal schon in früher Kindheit, so die Stiftung Kindergesundheit.

Um die erhöhten Cholesterolwerte zu senken, müssen Kinder in aller Regel Arzneimittel einnehmen. Bei einer biallelischen FH kann zusätzlich eine Blutreinigung, ähnlich wie bei einer Dialyse, sinnvoll sein. Dabei wird LDL-Cholesterol aus dem Blut entfernt. Ebenfalls wichtig ist ein gesunder Lebensstil mit einer ausgewogenen Ernährung und viel Bewegung.

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