Pharmazeutische Zeitung online
Diabetische Zystopathie

Wenn Diabetes die Harnblase schädigt

Viele Männer mit Diabetes leiden an einer erektilen Dysfunktion. »Darunter versteht man eine chronische Erektionsstörung über mindestens sechs Monate, wobei mindestens 70 Prozent der koitalen Versuche erfolglos waren«, sagte Schilling. Die Therapie soll möglichst frühzeitig beginnen, denn vor allem die nächtlichen Erektionen seien sehr wichtig für die Schwellkörperversorgung. »Wenn diese ausbleiben, kommt es in wenigen Monaten zur Unterversorgung und zum irreversiblen fibrotischen Umbau der Schwellkörper.« Für den Arzt sind Erektionsstörungen immer ein Warnzeichen. »Sie treten oft vor kardiovaskulären Problemen auf.«

Eine Testosteron-Substitution sei nur bei nachgewiesenem Hormonmangel sinnvoll. Die parenterale Gabe sei »praktisch, aber unphysiologisch«. Am effektivsten ist Schilling zufolge die transdermale Applikation auf Rücken, Schulter oder Hüfte. »Diese Applikationsorte sind wichtig, um Testosteron beim Sex nicht auf die Partnerin zu übertragen.«

Vor der Verordnung von PDE-5-Hemmern müsse man die Patienten gut aufklären. Fettreiche Mahlzeiten und Alkohol sind zu meiden, da die Resorption der Medikation sinkt. Avanafil, Sildenafil und Vardenafil wirken schnell und kurz (Einnahme on demand), während Tadalafil (10 und 20 mg) schnell und lange (bis zu 36 Stunden) wirksam ist. Tadalafil 5 mg als Dauertherapie verordne er für Prostata und Blase. Bei Nebenwirkungen lohne es sich, den Wirkstoff zu wechseln, betonte der Urologe. 

Mehr von Avoxa