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Exotische Augeninfektionen

Wenn Chlamydien und Zika-Viren ins Auge gehen

Chlamydien sind hierzulande meist bekannt als Erreger von Genitalinfektionen, die auch das Auge befallen können. Doch in Afrika gibt es Serotypen von Chlamydia trachomatis, die eine chronische vernarbende Bindehautentzündung (Konjunktivitis) ohne genitale Beteiligung auslösen. Das sogenannte Trachom ist die weltweit führende Ursache für eine vermeidbare Erblindung. Die bakterielle Erkrankung wird durch direkten Kontakt mit Tränenflüssigkeit oder in Endemie-Regionen durch Fliegen übertragen.

»Wird ein solches Trachom rasch erkannt, hilft eine antibiotische Therapie«, so Heinz. Mittel der Wahl sind Azithromycin, Tetracyclin oder Doxycyclin, in leichten Fällen topisch, oft aber systemisch. »In fortgeschrittenen Stadien kann eine Operation erforderlich sein, um die Erblindung zu verhindern.«

Okuläre Tuberkulose

Die Lungenerkrankung Tuberkulose, die über Tröpfcheninfektion übertragen wird, ist auch hierzulande endemisch, spielt aber aufgrund guter Lebens- und Hygienebedingungen eine geringe Rolle. »Durch die Migration aus Risikogebieten, zum Beispiel dem Nahen und Mittleren Osten, Russland und Osteuropa, sehen die Ophthalmologen aber die Lungen- und Augen-Tuberkulose wieder häufiger«, berichtete Heinz.

Am Auge komme es zu einer akuten fulminanten Entzündung der Aderhaut, die irreparable Schäden anrichten kann. Unbehandelt führe die Tuberkulose-assoziierte Uveitis zur Erblindung. Eine umfangreiche tuberkulostatische Therapie ist erforderlich, die jedoch bekanntlich lange dauert und mit zahlreichen unerwünschten Wirkungen behaftet ist.

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