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AHD und GEHE

Weniger Standorte mit weniger Mitarbeitern

Nach ihrer Fusion im November 2020 setzen die beiden Großhändler Alliance Healthcare Deutschland (AHD) und GEHE Pharma Handel nun den Rotstift an. Kürzungen gibt es beim Personal und bei der Anzahl der Niederlassungen. Kritik kommt von der Gewerkschaft Verdi.
Jennifer Evans
07.04.2021  14:35 Uhr

Erst vor wenigen Monaten hatten die McKesson-Tochter Gehe und AHD angekündigt, in Zukunft gemeinsame Sache machen zu wollen, um die Arzneimittelversorgung in Deutschland auszubauen und »zum Wohle der Patienten, Apotheken und Hersteller« weiterzuentwickeln. Geplant ist unter anderem ein »hochmodernes Distributionsnetzwerk« sowie eine neue Vertriebsstruktur. Allerdings schließen neun Niederlassungen und zwar in Bayreuth, Bochum, Dresden, Günzburg, Itzehoe, Kassel, Leipzig, Osnabrück und Saarbrücken auf Kosten der Modernisierungspläne. Wie das Gemeinschaftsunternehmen am heutigen Mittwoch mitteilte, werden die Geschäfte dieser Standorte bis voraussichtlich Mitte 2022 an andere Häuser übergehen. Zudem ist geplant, drei Niederlassungen in Bayern (zwei in Nürnberg, eine in Würzburg) zusammenzulegen und sie von einer neuen Zentrale in Erlangen aus zu managen.

Mehr Service und Kundennähe – insbesondere vor dem Hintergrund zunehmender Digitalisierung – versprechen sich die beiden Unternehmen durch eine »harmonisierte Vertriebsstruktur«, die regionale Strukturen vereinfachen und lokale Kompetenz ausbauen soll. Die Rede ist dabei etwa von »Stärkung der heilberuflichen Stellung des Apothekers und der Ausbau von pharmazeutischen Dienstleistungen, die Mehrwerte für Patienten schaffen«. Effizienter sollen künftig auch die Verwaltungsstrukturen gestaltet sein. Dazu wollen AHD und Gehe einige Abläufe zusammenführen. Über die Zusammenlegung des Außendienstes hatte die Pharmazeutische Zeitung bereits berichtet.

Rund 15 Prozent Personalabbau

Für die Mitarbeiter bedeuteten die Zukunftspläne vor allem Einsparungen beim Personal. Gehe und AHD sprechen von etwas mehr als 15 Prozent, versichern aber, »sozialverträgliche Lösungen für betroffene Beschäftigte« zu suchen. Angebote für einen freiwilligen Austritt soll es für die Mitarbeiter in der Zentrale in Frankfurt und der Hauptverwaltung in Stuttgart geben.

Der Zusammenschluss der beiden Großhandelskonzerne musste im Vorfeld einige Hürden nehmen. Sowohl das Bundeskartellamt als auch die EU-Kommission mussten zunächst grünes Licht für den Mega-Deal geben. Unter anderem musste geklärt werden, ob der Fusion wettbewerbsrechtliche Bedenken auf nationaler oder regionaler Ebene entgegenstehen.

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