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Erkältungszeit
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Welcher Erreger hat mich erwischt?

Halsweh, Schnupfen, vielleicht Fieber: Seit der Pandemie wollen viele genau wissen, welches Virus dahinter steckt. Die Vor- und Nachteile des Testens aus Virologen-Sicht.
AutorKontaktdpa
AutorKontaktPZ
Datum 23.09.2026  13:00 Uhr

Kann man an den Symptomen erkennen, welches Virus man hat?

Von den Symptomen abzuleiten, mit welchem Erreger man sich infiziert hat, ist laut Ulrike Protzer schwer bis unmöglich. Viele der mehr als 200 Viren verursachen ähnliche Beschwerden: Halsschmerzen, Husten, Schnupfen, Fieber. «Es gibt aber ein paar typische Muster, die Hinweise liefern», so Sandra Ciesek:

  • Eine Influenza etwa beginne oft mit plötzlichem hohem Fieber, begleitet von starken Glieder- und Muskelschmerzen.
  • Rhinoviren hingegen sorgen eher für einen banalen Schnupfen und für Halsschmerzen.
  • «Bei älteren Menschen und Säuglingen sorgt RSV häufig für starke Atemwegsbeschwerden», so Ciesek.

Ärztinnen und Ärzte verlassen sich auf solche Hinweise nicht und nehmen bei starken Beschwerden eine genaue Diagnostik, etwa per PCR-Test, vor.

Was bringen Selbsttests, um dem Erreger zu identifizieren?

Selbsttests sind nicht besonders empfindlich. Besonders in den ersten Tagen einer Infektion, wenn es noch kaum Symptome gibt, man aber schon ansteckend wäre. Ein reiner Verdachtstest – etwa, wenn Freunde nach dem gemeinsamen Urlaub krank sind und man Ansteckung fürchtet – wäre dann wenig aussagekräftig. Denn erst nach ein paar Tagen setzt das Immunsystem ein und erste Symptome zeigen sich. «Wenn ein Test negativ ausfällt, können wir eine Infektion nicht sicher ausschließen», sagt auch Sandra Ciesek.

Hat man schon Symptome, können die Selbsttests laut Ulrike Protzer zumindest eine gute Orientierung bieten. Ciesek selbst benutze SARS-CoV-2- und Influenza-Kombitests. «Wenn die positiv ausfallen und man Symptome hat, ist man sehr wahrscheinlich ansteckend», sagt sie.

Was sind Warnzeichen, dass sich eine bakterielle Infektion dazu gesellt hat?

Die Mehrheit der Atemwegsinfekte ist virusbedingt. «Typischerweise kommt die bakterielle Infektion erst fünf bis sieben Tage später hinzu», so Protzer. Die beiden Infektionsarten auseinanderzuhalten sei manchmal gar nicht so leicht, sagt sie.

«Ein Warnzeichen für so eine Superinfektion kann ein zweigipfliger Verlauf der Krankheit sein», sagt Sandra Ciesek. Das heißt, die Erkältung wird erst mal besser, dann aber nochmal deutlich schlechter, etwa weil das Fieber erneut ansteigt. Mit dann auch insgesamt längerem Krankheitsverlauf.

Laut Sandra Ciesek können außerdem gut lokalisierbare Schmerzen, zum Beispiel einseitig im Ohr oder Gesicht, ein Hinweis auf eine bakterielle Infektion sein. Und nur dann, sagen beide Expertinnen, helfen Antibiotika. Gegen Viren richten Penicillin und Co. nichts aus – das ist immer noch nicht ausreichend bekannt in der Bevölkerung. «Ein Arzt kann durch einen relativ einfachen Bluttest oder durch die Untersuchung der Lunge abklären, ob eine bakterielle Infektion vorliegt», sagt Ulrike Protzer.

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