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Asthma

Weitere Indikation für Dupilumab

Der bei Neurodermitis zugelassene Antikörper Dupilumab (Dupixent®) kann zukünftig auch zur Behandlung von Asthma eingesetzt werden. Eine entsprechende Zulassung erteilte die EU-Kommission, wie Hersteller Sanofi informiert.
Kerstin A. Gräfe
09.05.2019
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Der monoklonale Antikörper Dupilumab ist zugelassen als Zusatzbehandlung bei schwerem Asthma für Patienten ab zwölf Jahren, deren Erkrankung eine Typ-2-Entzündung aufweist. Diese ist charakterisiert durch eine erhöhte Eosinophilenzahl im Blut und/oder einen erhöhten Gehalt von Stickstoffmonoxid in der Atemluft. Eine weitere Voraussetzung für die Anwendung als Add-on ist, dass das Asthma mit einem hoch dosierten inhalativen Corticoid plus einem anderen Arzneimittel nur unzureichend kontrolliert werden kann.

Die Zulassung basiert auf drei klinischen Studien mit insgesamt 2888 Erwachsenen und Jugendlichen. Dupilumab reduzierte im Vergleich zu Placebo signifikant schwere Exazerbationen und verbesserte die Lungenfunktion. Als häufigste Nebenwirkung traten Reaktionen an der Injektionsstelle wie Rötungen auf. Anaphylaktische Reaktionen wurden während des Studienprogramms nur sehr selten beobachtet.

Dupixent ist erhältlich in einer Fertigspritze zu 200 mg für Erwachsene mit schwerem Asthma und zu 300 mg für Erwachsene mit schwerem Asthma, die zusätzlich ein orales Corticoid einnehmen oder an einer moderaten bis schweren Dermatitis leiden. Zu Beginn der Behandlung erhalten die Patienten eine Initialdosis von 600 mg, verteilt auf zwei Injektionen zu je 300 mg. Anschließend wird der Arzneistoff alle zwei Wochen appliziert.

Dupilumab inhibiert selektiv sowohl IL-4 als auch IL-13. Beide Zytokine spielen bei Neurodermitis eine zentrale Rolle. In der Indikation mittelschwere bis schwere Neurodermitis ist Dupixent seit 2017 zugelassen. 2018 erhielt Dupilumab den PZ-Innovationspreis. Ein überaktiver IL-4- und IL-13-Signalweg liegt auch bei Asthma-Patienten mit einer Entzündung vom Typ 2 vor. Hersteller Sanofi testet Dupilumab zudem in zahlreichen anderen Indikationen, denen eine Typ-2-Inflammation zugrunde liegt. Dazu gehören unter anderem chronische Rhinosinusitis mit Nasenpolypen, pädiatrische atopische Dermatitis, pädiatrisches Asthma, eosinophile Ösophagitis sowie Lebensmittel- und Pollenallergien.

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