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Evidenz-Check
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Was Phytopharmaka bei Atemwegsinfekten können

Viele pflanzliche Arzneimittel haben sich zur Behandlung von respiratorischen Infekten bewährt. Doch welche können mit nachweislich klinischem Nutzen an die Patienten abgegeben werden? Professor Dr. Robert Fürst vom Department Pharmazie der Universität München checkt die Evidenzlage.
AutorKontaktElke Wolf
Datum 23.10.2026  18:00 Uhr

Sekretolyse in der Nase

Bei einer akuten Rhinosinusitis kann das Apothekenteam laut der in Überarbeitung befindlichen S2k-Leitlinie eine Behandlung mit dem patentierten (Misch-)Extrakt BNO 1016 (Sinupret® extract) oder mit »definierten Eukalyptus-Extrakten« – wie es in der Leitlinie heißt – empfehlen. Zum Tragen kommen die sekretolytischen und entzündungshemmenden Effekte der Inhaltsstoffe. Bei rezidivierender oder chronischer Rhinosinusitis gebe es hingegen laut Fürst keine Empfehlung.

Auch reines 1,8-Cineol (Soledum® forte, Sinolpan® forte), definitionsgemäß als Reinsubstanz kein Phytopharmakon, könne die Symptome bei akuter nicht eitriger Rhinosinusitis um mehrere Tage schneller verbessern. »Auch hier gibt es valide Daten, die Hersteller haben ihre Hausaufgaben gemacht.« Einen deutlichen Benefit habe Pelargonium-sidoides-Extrakt EPs® 7630 (Umckaloabo®) bei Erwachsenen mit bakterieller Sinusitis gezeigt. »Das sind interessante Studiendaten, aber es hat keine Zulassung dafür.«

Dürftig sieht es mit Evidenzen laut Fürst bei der Indikation Halsschmerzen aus. In der aktuellen S3-Leitlinie zu Pharyngitis werde ein Salbeifluidextrakt-Rachenspray positiv erwähnt, das in Deutschland aber nicht auf dem Markt ist. »Zum einen halte ich die Darreichungsform als Spray für effektiver als Lutschen und Gurgeln, und zum anderen hat Salbei eine entzündungshemmende Komponente.« Bedauerlich findet es Fürst, dass Umckaloabo® in einer doppelblinden randomisierten placebokontrollierten Studie bei Kindern mit Tonsillopharyngitis »beeindruckend wirkte, es dafür aber nicht zugelassen ist. Die 78 mit Verum behandelten Kinder waren nach einer Woche annähernd symptomfrei«.

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