| Theo Dingermann |
| 20.04.2021 12:30 Uhr |
Bei der Suche nach dem optimalen Impfverstärker wurden fünf Adjuvanzien genauer untersucht:
Wurden die Primaten mit Antigen zusammen mit AS03, CpG1018-Alaun, AS37 oder Alaun ohne weitere Zusätze immunisiert, induzierte diese Impfung eine substanzielle CD4-T-Zell-Antwort und neutralisierende Antikörper. Es bildete sich ein Schutz gegen SARS-CoV-2-Infektionen im Rachen, in der Nase und den Atemwegen. Die Antikörper-Antwort auf das Lebendvirus wurde bis zu 180 Tage nach der Impfung mit RBD/AS03 aufrechterhalten und korrelierte mit dem Immunschutz.
Der experimentelle Impfstoff schützte auch vor der B.1.1.7-Variante, zeigte aber eine reduzierte Reaktion gegenüber der B.1.351-Variante (südafrikanische Variante). Während die durch RBD-NP/AS03 induzierte Neutralisation von B.1.351 um den Faktor 4,5 gegenüber dem Ursprungsvirus vermindert war, zeigte eine Impfung mit RBD-NP/AS37 eine 16-fache Reduktion der Neutralisation gegenüber dem nicht mutierten Virus. Das weist eindeutig darauf hin, dass unterschiedliche Adjuvanzien eine unterschiedlich starke Immunantwort induzieren.
Darüber hinaus war RBD-NP/AS03 genauso immunogen wie ein präfusionsstabilisiertes Spike-Immunogen (Hexapro), das mit AS03 adjuvantiert war. Diese Daten unterstreichen die Wirksamkeit eines adjuvantierten RBD-NP-Impfstoffs zum Schutz vor einer SARS-CoV-2-Infektion.
Die Autoren erwähnen, dass die hier vorgestellten Ergebnisse entscheidend für eine klinische Phase I/II-Studie (NCT04742738 und NCT04750343) waren, die eben angelaufen ist. GSK und Sanofi verwenden das Adjuvans AS03 auch in ihrem gemeinsamen Covid-19-Impfstoffkandidaten.