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Psychologische Therapien
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Was hinter EMDR, DBT, ACT & Co. steckt

Wer sich mit Psychotherapie beschäftigt, stößt schnell auf eine Vielzahl an Abkürzungen und Fachbegriffen wie EMDR, DBT, ACT, Hypno- oder Schematherapie. Was steckt dahinter?
AutorKontaktdpa
Datum 14.04.2026  15:30 Uhr

Hypnotherapie

Die Hypnotherapie ist eine Methode, die vor allem darauf abzielt, innere Ressourcen freizulegen und Veränderungen anzustoßen. »Die typische Technik ist Trance oder Vorstellungsübungen in Entspannung«, so Samy Egli. Einsatzgebiete sind unter anderem Suchterkrankungen – nachgewiesen etwa für die Raucherentwöhnung – sowie die psychotherapeutische Begleitung bei somatischen Erkrankungen.

In der Hypnotherapie wird ein Zustand tiefer Trance genutzt, der über reine Entspannung hinausgeht. »In diesem Zustand werden innere Bilder, Erinnerungen und Ressourcen aktiviert, um Veränderungsprozesse anzustoßen«, so Christina Jochim. Die Aufmerksamkeit richtet sich nach innen, Gefühle und Körperwahrnehmungen werden intensiver erlebt – so wird Veränderung greifbarer und lässt sich besser im Alltag verankern.

Die Methode kann im Rahmen der Verhaltenstherapie eingesetzt werden, wird jedoch laut Jochim häufig als Selbstzahlerleistung angeboten. Krankenkassen übernehmen die Kosten – etwa bei der Raucherentwöhnung – in der Regel nicht.

Bei der Hypnotherapie ist es besonders wichtig, auf die fachliche Qualifikation und gegebenenfalls eine Kassenzulassung der Anbieter zu achten. Hypnotherapie sollte ausschließlich von approbierten Psychotherapeutinnen oder Psychotherapeuten durchgeführt werden, rät Jochim.

Schematherapie

Die Schematherapie richtet sich laut Samy Egli vor allem an Menschen mit Persönlichkeitsstörungen oder chronischen Krankheitsverläufen, etwa bei Depressionen. Im Mittelpunkt stehen sogenannte Schemata – tief verankerte Lebensmuster, die sich aus frustrierten psychischen Grundbedürfnissen entwickelt haben.

Eine zentrale Technik der Schematherapie ist laut Egli der sogenannte Modusdialog auf Stühlen. Dabei werden unterschiedliche innere Anteile – etwa verletzte, wütende oder schützende Seiten – räumlich voneinander getrennt, indem für jeden Modus ein eigener Stuhl genutzt wird. Betroffene wechseln zwischen den Stühlen und kommen so gezielt mit diesen inneren Anteilen in Kontakt.

Ziel ist es, festgefahrene Reaktionsmuster besser zu verstehen, Gefühle differenzierter wahrzunehmen und neue, hilfreichere Handlungsweisen einzuüben.

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