Die Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT) wird laut Samy Egli vor allem bei Borderline-Persönlichkeitsstörungen eingesetzt, insbesondere bei Problemen mit Emotions-, Beziehungs- und Interaktionskontrolle. »Also alles, was mit Impulskontrolle zu tun hat«, sagt Christina Jochim. Inzwischen wurde die Methode weiterentwickelt und wird auch bei Suchterkrankungen, Trauma oder ADHS eingesetzt.
Zentrale Grundlage ist laut Samy Egli die Dialektik von Akzeptanz und Veränderung: Gefühle werden anerkannt und gleichzeitig gezielt bearbeitet. Wie DBT konkret abläuft, richtet sich laut Christina Jochim nach dem individuellen Leidensdruck. Gemeinsam ist allen DBT-Behandlungen jedoch das systematische Training von Achtsamkeit als zentrale Grundlage der Therapie.
Das Achtsamkeitskonzept stammt ursprünglich aus dem Buddhismus und zielt darauf ab, das Hier und Jetzt wertfrei wahrzunehmen. Wer innerlich einen Schritt zurücktritt, kann bewusster entscheiden, welche Reaktionen langfristig hilfreich sind.
Ein weiterer Schwerpunkt ist der Umgang mit Anspannung: »Je höher das Anspannungsniveau, desto eher neigt man dazu, Regulation zu verlieren«, erklärt Jochim. Ziel ist es, Anspannungen rechtzeitig zu erkennen und mit Methoden der Emotionsregulation frühzeitig gegenzusteuern, bevor der sogenannte »rote Durchknallbereich« erreicht wird. Gerade bei Menschen mit Borderline-Störung ist das laut Jochim relevant, da sie im Alltag oft ein dauerhaft höheres Anspannungsniveau haben.
Die Acceptance and Commitment Therapy (ACT) ist eine Methode aus der Verhaltenstherapie, die laut Samy Egli unter anderem bei Depressionen, Angststörungen und chronischen körperlichen Erkrankungen eingesetzt wird.
Schwerpunktmäßig soll sie helfen, schwierige Gefühle und Gedanken zu akzeptieren, statt sie bekämpfen oder verändern zu wollen, erklärt Christina Jochim. Während die klassische kognitive Verhaltenstherapie stark auf die Veränderung von Denkmustern abzielt, setzt ACT dort an, wo Veränderung begrenzt möglich ist, etwa bei Verlusten oder chronischer Belastung.
Ein zweiter zentraler Baustein ist die Arbeit mit persönlichen Werten: Es gehe darum, »sich seiner Werte bewusst zu werden und sich stärker daran zu orientieren«, erklärt Jochim. Studien zeigen, dass eine Diskrepanz zwischen gelebten Werten und Alltagshandeln zu geringerer Lebenszufriedenheit und höherer psychischer Belastung führt. ACT unterstützt dabei, Werte bewusst zu erkennen und entsprechend zu handeln.