| Jennifer Evans |
| 02.11.2026 07:00 Uhr |
Rezept für ein gutes Leben: Es gibt eine Reihe von Gewohnheiten, mit denen man sein eigenes Glück fördern kann. / © Getty Images/WeBond Creations
Forschende, die sich seit Jahrzehnten wissenschaftlich mit dem Thema Glück befassen, haben vor Kurzem ihre Köpfe zusammengesteckt, um ihre Erkenntnisse zu dem erstrebenswerten Gefühl auszutauschen. »Glück entsteht aus einem Zusammenspiel verschiedener Faktoren, aber wenn ich ein Geheimnis des Glücks benennen müsste, wären es wohl die Beziehungen zu anderen Menschen«, zitiert die kanadische Simon-Fraser-Universität Dr. Lara Aknin, die dort als Professorin für Sozialpsychologie tätig ist.
In der Studie, die im Fachmagazin »Journal of Happiness Studies« erschienen ist, haben 13 Koryphäen der Glücksforschung festgehalten, worauf es wirklich ankommt, um ein zufriedenes und erfülltes Leben zu führen.
1. Menschliche Beziehungen sind relevanter als fast alles andere.
2. Mehr Geld bedeutet nicht mehr Glück. Sobald die Grundbedürfnisse gedeckt sind, hat zusätzliches Einkommen kaum einen Einfluss mehr.
3. Sinnvolle Arbeit trägt stark zum Glücksgefühl bei. Wer einem Job oder einer Aktivität nachgeht, die sich sinnstiftend anfühlt und mit den eigenen Werten im Einklang steht, profitiert.
4. Glück kann durch bestimmte Gewohnheiten wachsen. Aus Sicht des Autorenteams ist es zuträglich, regelmäßig Dankbarkeit auszudrücken, positive Erlebnisse zu genießen, in Beziehungen zu investieren, aufmerksamer zuzuhören, ehrenamtlich tätig zu sein oder sich stärker sozial zu engagieren.
Mehrere der beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gaben laut Mitteilung der Universität an, auf Basis ihrer Erkenntnisse nun selbst mehr Zeit mit Familie, Freunden und ihrem sozialen Umfeld zu verbringen. »Wir wissen, dass es bereits von großer Bedeutung ist, wenn man nur eine einzige Person hat, auf die man sich verlassen kann. Mehr Beziehungen und mehr Gemeinschaften, denen man sich zugehörig fühlt, verstärken dieses Gefühl des Wohlbefindens«, betont Aknin.
Außerdem unterstreicht die Studie, dass Wohlbefinden kein Dauerzustand ist, sondern ein fortlaufender Prozess. Glück wachse, wenn man das eigene Leben an seinen Werten, Stärken und Beziehungen ausrichte und flexibel auf Veränderungen reagiere, heißt es. Und es sei auch nicht nur Menschen mit perfekten Lebensumständen oder einem angeborenen Optimismus vorbehalten.
Demnach sind nur etwa 10 Prozent des Glücks auf die Lebenssituation wie den Wohnort, das Alter, den Beschäftigungs- oder Beziehungsstatus zurückzuführen. 40 Prozent hingegen hingen damit zusammen, mit welchen Aktivitäten man seine Zeit gestalte.
Trotz globaler Krisen hält Aknin die Glücksforschung, die es seit den 1970er-Jahren gibt, keineswegs für banal. Menschen, denen es gut geht, setzen sich nämlich häufiger für andere und für ihre Gemeinschaften ein, weil sie mehr Kraft und Motivation haben: »Großzügigkeit ist keine Nullnummer«, sagt sie. Investition ins Glück zahlt sich also aus.