Ein weiterer Ansatz zur Desensibilisierung, der bereits in einer Phase-3-Studie untersucht wurde, ist eine epikutane Immuntherapie mithilfe eines Pflasters. Betroffene Kinder bekommen dabei täglich ein Pflaster auf die Haut geklebt, das eine konstante Menge an Erdnussprotein enthält. In Studien zeigte sich die Behandlung mit einem Erdnuss-beschichteten Pflaster bereits bei jüngeren Kindern im Alter von einem bis drei Jahren als wirksam. Der Beginn einer Desensibilisierung vor dem Alter von vier Jahren könnte einen größeren Nutzen haben als ein späterer Start.
Nach einem Jahr täglichem Pflasterkleben vertrugen die meisten Kinder im Provokationstest deutlich höhere Allergenkonzentrationen als vor der Behandlung. Wer beispielsweise mehr als 10 mg Erdnussprotein toleriert hatte, sollte nach der Behandlung mindestens 1000 mg Erdnussprotein (etwa drei bis vier Erdnüsse) vertragen können. Dieses Ziel konnte in der Untersuchung bei 67 Prozent der Kinder, die mit dem Erdnusspflaster behandelt worden waren, erreicht werden, in der Placebogruppe bei 33,5 Prozent.
Ein weiterer Ansatzpunkt, das Immungeschehen im Körper runterzudimmen, ist die Verwendung von monoklonalen Antikörpern. Omalizumab (Xolair®) und Dupilumab (Dupixent®) richten sich spezifisch gegen IgE, unterbrechen so die allergische Kettenreaktion und reduzieren außerdem die Aktivität und Anzahl der IgE-Rezeptoren auf der Oberfläche der Mastzellen, sodass weniger freies IgE gebunden werden kann.
Damit ist klar: Die Antikörper heben nur den Schwellenwert für die Menge an Allergen an, die eine Person zu sich nehmen kann, bevor es zu einer Reaktion kommt. Patienten müssen das Allergen also auch weiterhin meiden. Allerdings bieten sie sich deshalb gut als Add-on zur spezifischen Immuntherapie an. Hierzulande ist Omalizumab ist bei allergischem Asthma, chronischer Rhinosinusitis mit Nasenpolypen und chronischer spontaner Urtikaria zugelassen. Die Indikation Erdnussallergie lässt noch auf sich warten. Die FDA-Zulassung für Xolair besteht seit 2024.
Im Mausmodell zeigte sich kürzlich außerdem ein weiterer Ansatz erfolgsversprechend: Ein kovalenter heterobivalenter Inhibitor (cHBI) soll spezifisch an IgE-Antikörper, die gegen die beiden stärksten Erdnussallergene Ara h 2 und Ara h 6 gerichtet sind, binden und dabei eine kovalente Bindung formen. Die IgE-Antikörper können dann dauerhaft bei Kontakt mit den Allergenen keine Histaminausschüttung mehr auslösen. Wirksamkeit und Sicherheit müssen natürlich noch in Studien am Menschen bestätigt werden.