| Lukas Brockfeld |
| 17.04.2026 15:30 Uhr |
vfa-Präsident Han Steutel warnt vor den geplanten Sparmaßnahmen. / © Imago/photothek
Mit dem vorgelegten Entwurf für das Gesetz zur Stabilisierung der Beitragssätze in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz) würden sich die Rahmenbedingungen für die forschenden Pharmaunternehmen in Deutschland drastisch verschlechtern – davor warnt der Verband Forschender Arzneimittelhersteller (vfa) in einer am Freitag veröffentlichten Pressemitteilung.
»Dieses Gesetz macht sämtliche Erfolge der Pharmastrategie zunichte. Statt die Branche zu stärken, scheint es nun das Ziel zu sein, sie zu vertreiben«, so vfa-Präsident Han Steutel. »Neue, zusätzliche Milliardeninvestitionen setzt die Bundesregierung so aufs Spiel.«
Der vfa kritisiert insbesondere die geplante Dynamisierung des Rabatts auf patentgeschützte Medikamente, da diese für erhebliche Verunsicherung der Unternehmen sorge. »Planbarkeit und langfristige Stabilität werden so für Unternehmen unmöglich«, so Steutel. »Damit wird Deutschland im internationalen Wettbewerb gegenüber China und den USA weiter abgehängt.«
»Statt auf Verlässlichkeit und Innovation setzt der Entwurf auf mehr Abschläge, mehr Preisdruck und mehr Eingriffe in patentgeschützte Märkte«, sagt Steutel und warnt: »Dieses Gesetz wird die Pharmaindustrie aus Deutschland vertreiben.«
Auch die neuen Rabattverträge für patentgeschützte Arzneimittel mit therapeutisch vergleichbarer Wirkung stoßen auf den Unmut des vfa-Präsidenten. »Hier wird auf das Prinzip billig statt passgenau gesetzt«, so Steutel.
Bei Impfstoffen setze der Entwurf ebenfalls die falschen Anreize. Statt Prävention und Versorgungssicherheit zu stärken, werde für Impfstoffe mit Patent- oder Unterlagenschutz ein zusätzlicher 7-Prozent-Abschlag eingeführt. »Gerade neue Impfstoffe, die den Schutz der Bevölkerung erweitern, geraten so unter zusätzlichen Preisdruck«, warnt der vfa.