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BCG-Präparate

Warnung vor Off-label-Gebrauch

Das Paul-Ehrlich-Institut weist aktuell darauf hin, dass immunstimulierende Präparate auf der Basis von Bakterienpräparationen des Bacillus Calmette-Guérin (BCG) Mykobakterienstamms nicht zur Behandlung oder Vorbeugung von Covid-19 zugelassen sind.
Sven Siebenand
26.05.2020  18:38 Uhr

In Deutschland sind BCG-Präparate zur Behandlung von Harnblasenkarzinomen zugelassen. BCG medac® und OncoTice® heißen die entsprechenden Medikamente. Im Vergleich zu einem Impfstoff enthalten sie eine deutlich höhere Konzentration an immunstimulierenden Substanzen, was bei fehlerhafter Anwendung dieser Präparate als potenzieller Impfstoff gegen Covid-19 ein Risiko für Patienten darstellen kann.

»Darüber hinaus werden diese BCG-Produkte für die Behandlung von Harnblasenkarzinomen benötigt. Vor dem Hintergrund des bestehenden Lieferengpasses für BCG medac kann der Gebrauch für nicht zugelassene Indikationen die Versorgung der betroffenen Patienten weiter gefährden«, schreibt das Paul-Ehrlich-Institut und fordert Ärzte und Apotheker dazu auf, die Indikationsstellung kritisch zu überprüfen.

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