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1. Lesung ApoVWG 
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Warken verspricht 9,50 Euro im Bundestag

Das Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) wurde heute in erster Lesung im Bundestag besprochen. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) versprach im Plenum erneut, dass die geplante Honorarerhöhung auf 9,50 Euro im Rahmen einer Verordnung noch im Frühjahr geregelt werden soll.
AutorKontaktAlexander Müller
AutorKontaktCornelia Dölger
Datum 27.02.2026  13:44 Uhr

Geschichte und Fahrplan des Gesetzes

Erste Eckpunkte ihres Reformvorhabens hatte Warken beim Deutschen Apothekertag (DAT) in Düsseldorf vorgestellt, der Referentenentwurf lag am 20. Oktober 2025 vor. Nach der Verbändeanhörung am 7. November folgte am 17. Dezember der Kabinettsbeschluss zu einem deutlich überarbeiteten Gesetz.

Der Bundesrat hat sich erstmals am 30. Januar 2026 im Plenum mit dem ApoVWG befasst und verabschiedete dazu eine Stellungnahme mit 30 Änderungsanträge. Dies wurde zuvor im Gesundheitsausschuss der Länderkammer vorbereitet, der sich am 14. Januar mit dem Entwurf befasst hatte. In ihrer Gegenäußerung hatte die Regierung die Vorschläge der Länder aber überwiegend abgelehnt.

Anhörung am 4. März

Die Anhörung im Gesundheitsausschuss ist für den 4. März vorgesehen. Hier können die geladenen Verbände, darunter natürlich auch die ABDA, sich zum Gesetz äußern. Die Fraktionen können bis zur 2./3. Lesung im Bundestag noch Änderungsanträge einbringen. Vermutlich noch im April soll das ApoVWG dann vom Bundestag verabschiedet werden. Es passiert dann zwar noch einmal den Bundesrat. Da das Gesetz aber nicht zustimmungspflichtig ist, könnte die Länderkammer das Inkrafttreten allenfalls verzögern, indem sie etwa den Vermittlungsausschuss anruft.

Parallel zum ApoVWG hat das Bundesgesundheitsministerium eine Verordnung auf den Weg gebracht, mit der unter anderem die Verhandlungslösung für das Honorar etabliert sowie strengere Auflagen für den Versandhandel kommen sollen. Dieses Vorhaben liegt aktuell zur Notifizierung in Brüssel. Die Frist zur Stellungnahme für die EU-Kommission und andere Mitgliedstaaten läuft im April aus. Nach den Plänen der Ministerin sollen ApoVWG und Verordnung parallel inkrafttreten.

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