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1. Lesung ApoVWG 
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Warken verspricht 9,50 Euro im Bundestag

Das Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) wurde heute in erster Lesung im Bundestag besprochen. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) versprach im Plenum erneut, dass die geplante Honorarerhöhung auf 9,50 Euro im Rahmen einer Verordnung noch im Frühjahr geregelt werden soll.
AutorKontaktAlexander Müller
AutorKontaktCornelia Dölger
Datum 27.02.2026  13:44 Uhr

»Apotheken tragen zur Stärkung der Demokratie bei«

Dass Apotheken zur Stärkung der Demokratie beitrügen, betonte Tanja Machalet (SPD), Vorsitzende des Gesundheitsausschusses. Sie seien nicht nur »Anker« in der Versorgung und leisteten »unverzichtbare Arbeit«, sondern seien soziale Begegnungsstätten, so die SPD-Abgeordnete.

Für ihre Partei sei klar, dass die Apotheken flächendeckend erhalten werden müssten. Man werde die Rahmenbedingungen modernisieren, auf den Fachkräftemangel und den wirtschaftlichen Druck reagieren.

»Herzstück« der Reform sei die Prävention. Apotheken seien jetzt schon ein entscheidender Baustein, um die Gesundheitskompetenz der Menschen zu stärken, das solle ausgebaut werden. Apotheken sollten zu »Gesundheitslotsen« werden. Dies sei »gelebte Sicherheit« in der Arzneimittelversorgung, das könne keine Onlineapotheke leisten, so Machalet.

Linke: Apotheken bleiben im Regen stehen

Apotheken als Rückgrat der Versorgung stünden unter Druck, so Evelyn Schötz von der Linken. Der Entwurf sei aber »keine Reform für die Menschen vor Ort, sondern für die Pharmalobby«, öffne zudem den Drogerieketten Tür und Tor. »Die Apotheken bleiben im Regen stehen.« Sie verwies auf den Antrag »Apotheken stärken – Arzneimittelversorgung verbessern«, den die Linksfraktion im Januar eingebracht hatte. Die Abgeordneten fordern darin eine Anhebung des Fixums auf 9,50 Euro sowie eine regelmäßige Anpassung des Honorars.

Rabattverträge und die Importklausel sollen nach dem Willen der Linken abgeschafft werden, und zwar zugunsten einer »kollektivvertraglichen, nachgeschärften Festbetragsregelung für angemessene, niedrige Generikapreise«, so Schötz. Den Arzneimittelversandhandel will die Linke verbieten, Lieferengpässe »wirksam« bekämpfen und im ARMIN-Modell bewährte Aufgaben in die Regelversorgung überführen.

Union: Mehr Geld für die Apotheken ist nötig

Die gesundheitspolitische Sprecherin der Union, Simone Borchardt, bemerkte, dass die »wirtschaftliche Stabilität der Apotheken Voraussetzung für eine flächendeckende Versorgung ist«. Und natürlich gehöre dazu das Fixum. »Unser Ziel ist eine stabile Leistungsfähigkeit und Apothekenversorgung. Und ich kann Ihnen sagen, der Apothekerberuf ist ein toller Beruf«, so Borchardt.

Mehr Geld für die Apotheken sei nötig, weil seit 2013 jede fünfte Apotheke in Deutschland schließen musste, erklärte der Unions-Apothekenberichterstatter Stephan Pilsinger (CSU). Dies hänge klar mit dem stagnierenden Fixum zusammen. An Piechotta gewandt, die die pauschale Honorarerhöhung kritisiert hatte, sagte Pilsinger, dass sie wohl den Koalitionsvertrag nicht genau gelesen habe; man plane ja eine Differenzierung durch die angedachte Zulage für ländliche Apotheken.

Mit dem Gesetz würden zudem die Versender eingefangen. Es sei ein »Skandal«, dass diese die Vorgaben für den Versand immer wieder ignorierten. Das werde man ändern, man wolle die Apotheken »mit vernünftigen Lösungen voranbringen«.

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