Bei Kindern unter drei Jahren sind bestimmte Badezusätze nicht empfohlen. / © Getty Images/Connect Images
Ein warmes Bad kann die Erkältungszeit angenehmer machen, auch für Kinder. Aber gerade spezielle Erkältungsbäder, wie man sie in Drogerien und Apotheken für Kinder kaufen kann, enthalten oft Stoffe, die für junge Erkältungspatienten nicht empfehlenswert sind, so das Ergebnis einer Analyse des Magazins »Öko-Test« (Ausgabe 11/2026).
16 Erkältungszeitbäder für Kinder wurden im Auftrag von »Öko-Test« von chemischen Pharmazeuten an der Universität Frankfurt am Main untersucht: Nur drei erhielten das Gesamturteil »sehr gut«, drei fielen mit »mangelhaft« durch. Die Tester unterschieden dabei zwischen gewöhnlichen Erkältungszeitbädern, zertifizierter Naturkosmetik und solchen aus der Kategorie Arzneimittel.
Der wichtigste Blick auf der Packung gilt der Altersempfehlung. »Öko-Test« kritisiert zehn Produkte, weil sie trotz bestimmter ätherischer Öle auch für Kinder unter drei Jahren empfohlen werden oder die Anwendung in diesem Alter nicht ausdrücklich ausschließen.
Nach den im Test herangezogenen Maßgaben der Europäischen Arzneimittelagentur werden Eukalyptus- und Thymianöl in Badezusätzen für Kinder unter drei Jahren nicht empfohlen.
Bei manchen ätherischen Ölen können schon kleine Mengen problematisch sein: Eukalyptus- und Pfefferminzöl sowie Kampfer können bei Säuglingen und Kleinkindern einen Stimmritzenkrampf auslösen. In seltenen Fällen kann es dabei zum Atemstillstand kommen. Thymianöl kann Hautreizungen und Überempfindlichkeitsreaktionen verursachen.
»Vor allem Säuglinge und Kleinkinder sollten unserer Ansicht nach lieber auf Erkältungsbäder mit ätherischen Ölen wie Eukalyptus- und Thymianöl verzichten«, raten die Öko-Tester. Auch bei den pflanzlichen Arzneimittel-Bädern im Test, die teils schon ab zwei Jahren zugelassen sind, sehen sie die aktuelle Empfehlung ab drei Jahren als maßgeblich an.
Auch wenn die Hersteller laut »Öko-Test« beteuern, dass ihre Bäder einer Sicherheitsbewertung unterzogen wurden und nur geringe Mengen der ätherischen Öle und Extrakte enthielten, fragen die Öko-Tester mit Blick auf die möglichen Nebenwirkungen: »Warum dann das Risiko überhaupt eingehen?«