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Pankreaskarzinom
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Vorläufige Phase-III-Daten für Daraxonrasib

Das duktale Adenokarzinom des Pankreas ist eine besonders schwere Form von Bauchspeicheldrüsenkrebs. Bald könnte es als Zweitlinientherapie mit Daraxonrasib einen RAS-Inhibitor in dieser Indikation geben. In einer Phase-III-Studie punktete der Kandidat mit einer signifikanten Verbesserung des Gesamtüberlebens, wie das Pharmaunternehmen »Revolution Medicines« kürzlich mitteilte.
AutorKontaktTheo Dingermann
Datum 20.04.2026  15:57 Uhr

Ein alternatives Konzept

Mit der Entwicklung von Daraxonrasib geht Revolution Medicines einen konzeptionell anderen Weg. Die Substanz ist ein nicht kovalenter, multi-selektiver Inhibitor von RAS in seiner aktiven Konformation. Allerdings bindet Daraxonrasib nicht direkt an mutierte RAS-Proteine, sondern zunächst an das zelluläre Chaperon Cyclophilin A und formt erst dann mit dem RAS-Protein einen sogenannten ternären Komplex. Dadurch wird verhindert, dass RAS‑Proteine – sowohl Wildtypen als auch mutierte – mit nachgeschalteten Signalproteinen wie RAF zusammenwirken, die zur Tumorentwicklung beitragen. Auf diese Weise gelingt erstmals ein mutationsübergreifendes Wirkspektrum, das auch die Varianten, die beim PDAC dominieren, miteinschließt: G12D, G12V und G12R. 

In der Phase-III-Studie RASolute 302 wurde Daraxonrasib (einmal täglich 300 mg oral) mit der vom Prüfarzt gewählten Standardchemotherapie bei 501 vorbehandelten Patientinnen und Patienten mit metastasiertem PDAC verglichen. Die Ergebnisse der ersten Zwischenauswertung fielen ungewöhnlich klar aus: Das mediane Gesamtüberleben (OS) verdoppelte sich nahezu von 6,7 auf 13,2 Monate.  Das Sterberisiko reduzierte sich um 60 Prozent – eine Größenordnung, die in dieser Indikation seit Jahren nicht mehr beobachtet wurde.

Die Verträglichkeit beschreibt das Unternehmen als »handhabbar« und ohne neue Sicherheitssignale. Detaillierte Toxizitätsdaten stehen allerdings noch aus – ein nicht zu unterschätzender Punkt, denn die Substanz greift mit der RAS-Achse einen auch für gesunde Gewebe essenziellen Signalweg an.

Die Detaildaten sollen auf der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) im Juni 2026 vorgestellt werden und in einen Zulassungsantrag bei der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA einfließen. 

Regulatorisch ist Daraxonrasib bereits sehr gut positioniert. Die FDA hat der Substanz sowohl den Breakthrough‑Therapy‑ als auch den Orphan‑Drug‑Status für vorbehandelte Patienten mit PDAC und KRAS‑G12‑Mutation verliehen. Zusätzlich wurde Daraxonrasib in das Pilotprogramm »Commissioner’s National Priority Voucher« aufgenommen. Dieses Programm ermöglicht für Therapien mit hoher nationaler Gesundheitsrelevanz eine stark verkürzte Bearbeitungszeit von ein bis zwei Monaten. Dadurch könnte die Markteinführung in den USA deutlich früher erfolgen als im regulären Zulassungsverfahren.

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