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Female Leaders Lab
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Vier Tage, die Mut machen

Dass Frauen in pharmazeutischen Führungspositionen – trotz des stark weiblich geprägten Berufs – noch immer unterrepräsentiert sind, möchten zwei junge Apothekerinnen ändern. Sie haben das viertägige Trainingsprogramm »Female Leaders Lab« initiiert, um jungen Kolleginnen Mut zu machen und ihnen zu zeigen, wie Führung gelingen kann. Mit der PZ haben die beiden Organisatorinnen über die Hintergründe des Projekts gesprochen.
AutorKontaktLaura Rudolph
Datum 29.06.2026  13:30 Uhr

Wer kann teilnehmen?

Das Training richtet sich vorrangig an junge Apothekerinnen bis circa 35 Jahre, unabhängig davon, ob sie in der öffentlichen Apotheke, im Krankenhaus, in der Industrie, Forschung oder einem anderen pharmazeutischen Zweig arbeiten. Es ist dabei keine Voraussetzung, bereits eine Führungsposition innezuhaben oder in Aussicht zu haben.

»Man sollte Interesse an Führung und persönlicher Weiterentwicklung mitbringen«, sagt Baur. Besonders profitieren könnten Kolleginnen, die sich vorstellen können, künftig mehr Verantwortung zu übernehmen – etwa als Filialleiterin, Stellvertreterin oder Inhaberin.

Die Gruppe ist auf zwölf Teilnehmerinnen begrenzt. Dadurch soll genügend Raum für persönliche Fragen, individuelle Erfahrungen und intensiven Austausch entstehen.

Warum ist Female Leadership so wichtig?

Die Frage, warum ein Führungstraining speziell für Frauen notwendig ist, beantwortete Sprafke ohne langes Nachdenken: »Man muss sich nur die Zahlen anschauen.« Obwohl der Apothekerberuf bereits seit Mitte der 1970er-Jahre überwiegend weiblich geprägt sei, seien Frauen in vielen Führungspositionen weiterhin unterrepräsentiert – sei es als Inhaberinnen, in der Standespolitik oder in anderen Entscheidungsfunktionen.

Hinzu kommt eine Erfahrung, die beide Organisatorinnen immer wieder gemacht haben: Viele Frauen zweifeln an ihren Fähigkeiten, obwohl sie fachlich hervorragend qualifiziert sind. »Wir erleben oft, dass Frauen deutlich länger überlegen, ob sie sich eine Führungsrolle zutrauen«, berichtet Sprafke.

Das Female Leaders Lab soll deshalb nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch das Selbstvertrauen stärken. Die Teilnehmerinnen sollen erleben, dass Führung viele Gesichter haben kann und nicht zwangsläufig mit Hierarchie oder Autorität verbunden sein muss. Im Mittelpunkt steht ein Führungsverständnis, das auf psychologische Sicherheit und Zusammenarbeit setzt.

Für die Organisatorinnen hat das Thema aber noch eine weitere Dimension. Sie sehen einen direkten Zusammenhang zwischen guter Führung und der Attraktivität des Arbeitsplatzes in der Apotheke. Viele junge Kolleginnen und Kollegen würden ihren Beruf nicht wegen der fachlichen Aufgaben verlassen, sondern wegen schlechter Erfahrungen im Arbeitsalltag. »Ich kenne viele Menschen, die wegen ihrer Vorgesetzten unzufrieden sind«, sagt Sprafke. »Und oft denke ich: Das wäre vermeidbar gewesen, wenn man gelernt hätte, wie man mit Menschen umgeht.«

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