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SARS-CoV-2

Viele Komplikationen bei Infektion in der Schwangerschaft

Stecken Schwangere sich mit dem Coronavirus an, ist das vor allem für sie selbst gefährlich. In einer Studie war die Rate schwerer Komplikationen deutlich erhöht. Negative Konsequenzen für das Baby waren dagegen selten, sieht man einmal davon ab, dass mehr Kinder zu früh zur Welt kamen.
Annette Rößler
24.03.2022  16:30 Uhr

Wie wichtig es für Frauen ist, eine SARS-CoV-2-Infektion in der Schwangerschaft möglichst zu vermeiden, zeigt erneut eine Studie, die aktuell im Fachjournal »JAMA Internal Medicine« erschienen ist. Autoren um Dr. Assiamira Ferrara vom Gesundheitsdienstleister und Krankenversicherer Kaiser Permanente besahen sich dafür die Daten von 43.886 Schwangeren aus Kalifornien aus dem ersten Pandemiejahr, als es noch keine Impfung gegen Covid-19 gab. 1332 Frauen (3,0 Prozent) hatten sich während der Schwangerschaft mit SARS-CoV-2 infiziert.

Bei diesen Frauen kam es im Verlauf der Schwangerschaft mehr als doppelt so häufig zu einer schweren Komplikation wie Herzinfarkt, akutem Nieren- oder Lungenversagen oder Sepsis. Die Hazard Ratio für ein solches Ereignis betrug 2,45, wobei bekannte Risikofaktoren wie Alter, Komorbiditäten und Raucherstatus bereits berücksichtigt waren. Eine Frühgeburt vor der 37. Schwangerschaftswoche war bei infizierten Frauen ebenfalls doppelt so häufig wie bei nicht infizierten Frauen (HR 2,08) und venöse Thromboembolien sogar dreimal häufiger (HR 3,08).

Ihre Ergebnisse bestätigten die bereits in früheren Studien gemachte Beobachtung, dass eine SARS-CoV-2-Infektion in der Schwangerschaft das Risiko für Komplikationen erhöhe und möglichst durch eine rechtzeitige Impfung der Frau vermieden werden sollte, so die Autoren. Dass infolge einer SARS-CoV-2-Infektion mehr Babys auch deutlich zu früh zur Welt kämen, sei bedenklich, da diese Kinder häufig mit neurologischen Entwicklungsstörungen und kardiologischen Komplikationen zu kämpfen hätten. Die Entwicklung von Kindern, die im Mutterleib mit SARS-CoV-2 in Kontakt gekommen seien, müsse weiter verfolgt werden, auch um zu sehen, ob es direkte Auswirkungen gebe – auf die diese Studie allerdings keinen Hinweis liefert.

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