In einem anderen Fall wurde eine Stationsapothekerin gefragt, warum die Tabletten unterschiedlich aussehen würden. Die eigentlichen Tabletten sind oval und cremeweiß, das Trocknungsmittel rot und rund. Erst dadurch fiel auf, dass auch das Trockenmittel verabreicht worden war. Es sind also nicht allein Patienten, die die Warnhinweise nicht erkennen oder verstehen.
Die Herstellerfirma Biocon Pharma Malta bewertete die gemeldeten Fälle gegenüber der AMK als Einzelfälle mit geringem gesundheitlichem Risiko. Das kritisiert die AMK. Sie fürchtet mindestens das Risiko potenziell ausbleibender Einnahmeintervalle im Rahmen einer Krebsbehandlung. Die AMK wandte sich daher auch an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Dieses sehe insbesondere für vulnerable Patientengruppen eine mögliche Gefährdung und prüfe nun Risikominimierungsmaßnahmen.
Bis zu deren Umsetzung bitte die AMK Apothekerinnen und Apotheker darum, Patienten und Klinikpersonal angemessen auf das feuchtigkeitsabsorbierende Mittel und dessen Positionierung im Blister hinzuweisen und Risiken im Zusammenhang mit der Anwendung von Everolimus-haltigen Arzneimitteln unter www.arzneimittelkommission.de zu melden.