Wenn ältere, chronisch kranke oder finanziell belastete Menschen mehrere Medikamente gleichzeitig brauchen, würden sich die Eigenanteile, die sie nicht mehr bezahlen können, häufen. Das sei problematisch, weil eine unzureichende Medikation zu Verschlechterungen, mehr Pflegebedarf und im Zweifel auch mehr Krankenhausaufenthalten führten, so Janßen.
Zuzahlungen würden das Solidarprinzip der Gesetzlichen Krankenversicherung, dass alle das beitragen, was sie leisten können, und dass sie unabhängig davon erhalten, was sie brauchen, aushöhlen. Anstatt die finanziellen Lasten auf die Versicherten und im Fall der Zuzahlungen sogar auf die Kranken abzuwälzen, hätte die Kommission auch andere Vorschläge zur Verbesserung der Einkommensseite machen können und damit das Solidarprinzip ausbauen, ist sich Janßen sicher: Eine Verbeitragung aller Einkommen und aller Einkommensarten, die Abschaffung der Beitragsmessungsgrenze und die Einbeziehung der Privatversicherten in die GKV (Bürgerversicherung) könnten die Finanzprobleme lösen. Eine Strukturreform, die sich gegen die Profitorientierung richte und entprivatisiert wäre, sei auf der Leistungsseite die notwendige Ergänzung.