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Britische SARS-CoV-2-Variante

Variante B.1.1.7 wohl tatsächlich tödlicher

Obwohl also noch nicht alle Fragen geklärt sind, sollten die Ergebnisse dennoch durchaus ernst genommen werden. Die Analyse der London School of Hygiene and Tropical Medicine basierte auf 3382 Todesfällen unter 1 Millionen getesteten Personen; 1722 Todesfälle betrafen Patienten mit einem positiven SGTF-Ergebnis. Das relative Risiko, innerhalb von 28 Tagen nach einem Test zu sterben, betrug für die positiv auf die B.1.1.7-getesteten Patienten 1,71. Es war also im Vergleich zu Patienten, die mit dem Ausgangsvirus infiziert waren, um 71 Prozent erhöht. Die Studie des Imperial College London ergab ein ähnliches relatives Risiko von 1,65.

Es werden in dem Bericht noch etliche weitere Studien erwähnt, die alle zu ähnlichen Ergebnissen kommen. Dabei waren die Analysen aller Studien hinsichtlich Alter, Ort, Zeit und andere Variablen abgeglichen.

Den Bericht kommentiert Professor Dr. David Spiegelhalter, Vorsitzender des Winton Centre for Risk and Evidence Communication an der Universität Cambridge: »Die Basisrisiken steigen mit dem Alter steil an, sodass die neue Variante für die 80-Jährigen das durchschnittliche Sterberisiko von 8 Prozent auf etwa 10 Prozent und für die 90-Jährigen von etwa 20 Prozent auf 27 Prozent erhöhen würde. Das ist ein gewaltiger Anstieg. Aber auch für die 40-Jährigen steigt das Sterberisiko von etwa 1 zu 500 auf 1,3 zu 500 und für die 20-Jährigen von 1 zu 3000 auf 1,3 zu 3000.«

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