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Impfstrategie

US-Apotheken starten mit Covid-19-Impfungen

Die US-amerikanische Regierung setzt auf die Mithilfe der Apotheken im Kampf gegen das Coronavirus. Seit Donnerstag werden Covid-19-Impfstoffe an rund 6500 Apotheken im Land geliefert. Diese erhalten nun pro Woche eine Million Impfstoffdosen. Bald sollen mehr als 40.000 Offizinen die Impfungen anbieten.
Charlotte Kurz
12.02.2021  17:30 Uhr

Der neue US-Präsident Joe Biden ist kaum einen Monat im Amt und hat bereits einige gesundheitspolitische Projekte auf den Weg gebracht. Eine der ersten Amtshandlungen Bidens (Demokratische Partei) bestand darin, den Rückzug aus der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die sein Vorgänger Donald Trump (Republikaner) angeleitet hatte, zurückzunehmen. Zudem stellte er nur wenige Tage nach seinem Einzug ins Weiße Haus in Washington seine nationale Covid-19-Strategie vor und versprach in einem 200-seitigen Plan, die Pandemie entschlossen zu bekämpfen. Weiter kündigte er an, dass in den USA in 100 Tagen 100 Millionen Impfungen gegen Covid-19 durchgeführt werden sollen. Dafür soll die heimische Impfstoffproduktion kräftig angekurbelt werden.

Um dieses Ziel zu erreichen, setzt Biden auf die Mithilfe der US-amerikanischen Apotheken. In seinem Strategiepapier, das der PZ vorliegt, heißt es, dass fast 90 Prozent aller Amerikaner in einem 5-Meilen-Umkreis einer Apotheke wohnen. Demnach sind vor allem Apotheken leicht zu erreichen und bilden einen wichtigen Bestandteil in der Gesundheitsversorgung. Zudem hätten die meisten Apotheken Medienberichten zufolge bereits Erfahrungen beispielsweise mit Grippe-Impfungen gesammelt. Der Präsident des Apothekenverbands »National Association of Chain Drug Stores«, Steven Anderson, erklärte zudem, dass Apotheken bis zu 100 Millionen Impfdosen pro Monat verimpfen könnten, sobald es genügend Impfstoff gebe. Dies sei eine »konservative Schätzung«. Auch aus diesen Gründen bezieht Biden die Apotheken in die Impfstrategie ein.

Dafür rief Biden mit seiner Vizepräsidentin Kamala Harris das dafür vorgesehene sogenannte »Federal Retail Pharmacy Program« ins Leben. In einer ersten Phase des Programms wurden am gestrigen Donnerstag bereits erste Covid-19-Impfstoffe direkt an die teilnehmenden Apotheken geliefert. Dabei erfolgt die direkte Belieferung der Apotheken zusätzlich zur Belieferung der Staaten und Gemeinden. Bei dieser öffentlich-privaten Partnerschaft nehmen 21 Apothekenträger und –Netzwerke teil, die mehr als 40.000 Apotheken repräsentieren. Darunter sind auch die Apotheken-Riesen Walgreens, CVS Pharmacy oder Walmart.

In dieser ersten Phase sollen laut Medienberichten 1 Million Impfdosen in die zunächst 6500 teilnehmenden Apotheken pro Woche geliefert werden. Darunter sind auch Apotheken, die in Supermärkten angesiedelt sind. Sobald es mehr Impfstoff geben wird, wird die Zahl der teilnehmenden Apotheken auch nochmal erhöht, erklärte die US-Gesundheitsbehörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC). Ziel sei es demnach, in insgesamt mehr als 40.000 Apotheken gegen Covid-19 impfen zu können. Walmart-Apotheken bieten bereits jetzt in 22 Bundesstaaten und in Puerto Rico die Impfungen an. CVS Health ist bereits in 18 Staaten vertreten. Laut Medienberichten werden am heutigen Freitag bereits die ersten Impfungen in Apotheken angeboten. Vor allem der Moderna-Impfstoff wird dort verimpft werden.

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