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Atopische Dermatitis

Upadacitinib jetzt zugelassen

Indikation Nummer 4: Der orale JAK-Inhibitor Upadacitinib ist nun auch bei atopischer Dermatitis für Patienten ab zwölf Jahren zugelassen. In Studien besserten sich Hautbild und Juckreiz rasch und anhaltend.
Brigitte M. Gensthaler
27.08.2021  14:30 Uhr

Upadacitinib ist ein peroral bioverfügbarer, selektiver und reversibler Januskinase-Inhibitor, der bevorzugt JAK1- und JAK1/3-Signalwege hemmt. In der EU sind Rinvoq®-Retardtabletten (Abbvie Deutschland) bereits zugelassen für Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer aktiver rheumatoider Arthritis, mit aktiver Psoriasis-Arthritis und mit aktiver ankylosierender Spondylitis. Rinvoq ist seit Mai 2020 in Deutschland auf dem Markt. Neu ist die Indikation mittelschwere bis schwere atopische Dermatitis.

Die empfohlene Dosierung bei atopischer Dermatitis beträgt 15 oder 30 mg einmal täglich. Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren sowie Erwachsene ab 65 Jahren nehmen 15 mg einmal täglich ein. Das Medikament kann bei Bedarf mit topischen Corticosteroiden kombiniert werden.

Die Zulassung stützt sich auf drei Phase-III-Studien mit mehr als 2500 Erwachsenen und Jugendlichen mit mittelschwerer bis schwerer Erkrankung. Darin wurden die Wirksamkeit und Sicherheit von Rinvoq als Monotherapie (Measure Up 1 und Measure Up 2) und in Kombination mit topischen Steroiden (AD Up) im Vergleich zu Placebo untersucht.

Signifikant mehr Patienten unter Upadacitinib als unter Placebo erreichten in Woche 16 eine mindestens 75-prozentige Verbesserung auf dem Eczema Area Severity Index (EASI 75). Ebenso hatten signifikant mehr Patienten nach 16 Wochen eine erscheinungsfreie oder nahezu erscheinungsfreie Haut, gemessen mit dem vIGA AD-Score (validated Investigator’s Global Assessment for Atopic Dermatitis). Auch der Juckreiz ließ signifikant nach. Wichtig für die Betroffenen: Schon in den ersten beiden Wochen verbesserten sich Juckreiz und Hautläsionen in klinisch bedeutsamem Ausmaß. Die günstigen Ergebnisse in Woche 16 blieben unter dem JAK-Hemmer bis Woche 52 bestehen.

Die häufigsten Nebenwirkungen waren Infektionen der oberen Atemwege (bei einem Viertel der Patienten) und Akne (15 Prozent); weniger häufig waren Herpes simplex, Kopfschmerzen und erhöhte Kreatinphosphokinase im Blut.

Nach Angaben des Herstellers laufen derzeit Phase-III-Studien zu Upadacitinib bei rheumatoider Arthritis, atopischer Dermatitis, Psoriasis-Arthritis, axialer Spondyloarthritis, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Riesenzellarteriitis und Takayasu-Arteriitis.

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