Mehr als 145 Pharmaziestudierende nahmen an der Bundesverbandstagung in Freiburg teil. / © BPhD
Anna Gommlich, die Präsidentin des BPhD, eröffnete die Veranstaltung und betonte in ihrem Grußwort, wie wichtig politische Mitbestimmung ist. Sie ermutigte die Studierenden, sich von der »hochschulpolitischen Motivation« des BPhD anstecken zu lassen und die BVT als Plattform für einen konstruktiven Austausch zu nutzen.
Wie bedeutend berufspolitisches Engagement ist, hob auch Frederike Uhl, Apothekerin und Vorstandsmitglied der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg, hervor. Sie verwies in ihrem Grußwort auf die Möglichkeit, über die Landesapothekerkammer frühzeitig Kontakte zu knüpfen.
In einem Festvortrag ging Dr. Michael Müller, Professor für Pharmazeutische und Medizinische Chemie an der Universität Freiburg, der Frage nach, wie die Bevölkerung auf die deutsche Pharmazie blickt und wie diese sich nachhaltig weiterentwickeln könnte. Er betonte, dass der Apothekerberuf ein Mangelberuf sei. Außerdem erklärte er, dass sich die Gesundheitsversorgung in den letzten Jahren kaum verbessert habe, während die Unterschiede zwischen den Einkommensschichten immer größer geworden seien.
Neben diversen Diskussionen in Ausschüssen und im Plenum konnten die Studierenden auch an Workshops teilnehmen. Beispielsweise gab der Apothekeninhaber Dr. Hannes Egle Einblicke in die Offizin und zeigte auf, dass nicht alle Vor-Ort-Apotheken vom Apothekensterben betroffen sind.
Die Präsidentin der International Pharmaceutical Students’ Federation (IPSF), Mancharee Sangmueang-Skallevold, hielt einen Workshop dazu, wie Entscheidungen in der Gesundheitspolitik auf internationaler oder lokaler Ebene gefällt werden. Das Ressort für Meinungsbildung diskutierte Chancen und Herausforderungen der Novellierung der Approbationsordnung. Außerdem vermittelte Albert Glaser in einem Soft-Skill-Training die »Kunst des Zeitmanagements im Alltag«.
Am Freitag konnten sich die Studierenden im Rahmen des Zukunftsforums mit Kooperationspartnern austauschen, sich zur Approbationsordnung weiterbilden und verschiedene Lernplattformen kennenlernen.
Bei der BVT wurden mehrere Positionspapiere verabschiedet. Im Positionspapier »Sozialpharmazie« fordert der BPhD, das transdisziplinäre Konzept der Sozialpharmazie in der Gesundheitsversorgung weiter auszubauen und in die Lehre aufzunehmen, wofür sich insbesondere die Klinische Pharmazie anbietet. In Modellprojekten wie »Social Prescribing« sollten Apotheker aktiv eingebunden werden.
Des Weiteren erhielt das Positionspapier »Sterbebegleitung und Sterbehilfe« ein Update. Der BPhD fordert eine nationale, einheitliche gesetzliche Regelung zur Sterbehilfe, außerdem die Aufklärung und Enttabuisierung der Sterbebegleitung, den Ausbau der Palliativpharmazie sowie die Vermittlung einer »praxisorientierten Beratungskompetenz« zu Formen und Methoden der Sterbehilfe.
Ebenso wurde das Positionspapier »Suizidprävention« beschlossen. Unter anderem fordert der Verband, Suizidprävention und regelmäßige Weiterbildungsangebote in Studium und Beruf zu verankern. Angebote wie die 2026 in Kraft getretenen »Safe Space-Apotheken« sollten ausgeweitet und kontinuierlich gefördert werden.
Bei der Versammlung fanden auch Wahlen statt. So übernimmt beispielsweise Anna Jonas (Münster) zum 1. Juli das Amt der Präsidentin, während Lorena Vogel (Freiburg) neue Beauftragte für Studien- und Lehrorganisation wird. Um Fort- und Weiterbildung kümmert sich künftig Paula Schulze (Jena). Zum neu gewählten Ehrenausschuss zählen Verena Maute, Albert Glaser und Onno Coelen.
Das Präsidium zeichnete besonderes Engagement mit drei Ehrennadeln aus: Nina Wissing erhielt sie für ihren Einsatz in der internationalen Arbeit des BPhD, Verena Maute unter anderem für ihr Engagement beim Aufbau fester Kooperationspartner und Miriam Sprafke für ihr Wirken im Präsidium, im Geschäftsführenden Vorstand sowie im Trainer‑Netzwerk des BPhD.