| Alexander Müller |
| 19.06.2026 15:06 Uhr |
Die Übernahme von AEP verzögert sich., wie TPG-Vorstandschef Dominik Benner gegenüber der PZ einräumt. / © The Platform Group
Ende Januar wurde die AEP-Übernahme verkündet. Schon die kartellrechtliche Freigabe Ende März habe länger auf sich warten lassen als angenommen, sagt Benner. Und jetzt sei man dabei, die ganzen Kaufvertragsbedingungen abzuarbeiten. Beide Seiten müssten ihre Bedingungen erfüllen, auch Dritte seien eingebunden, und zuletzt müssten die Banken mitspielen, so Benner im Gespräch mit der PZ.
Gibt es etwa Probleme bei der Finanzierung? Benner dementiert das. Das manager magazin hatte in der vergangenen Woche, gestützt auf eingesehene Dokumente, von angeblich außerordentlich gekündigten Bankdarlehen berichtet, begründet mit offenbar fehlenden Rückzahlungen. TPG geht laut Benner gegen die Berichterstattung vor.
Die Finanzierung des AEP-Deals sei jedenfalls »nicht das Thema«, so der Manager. »Wir haben derzeit drei Angebote vorliegen für die Finanzierung. Damit können wir konkret arbeiten.« Es gehe um die Frage, wann welche Bedingungen des Kaufvertrags abgeschlossen werden könnten. Ein konkretes Datum nennt Benner nicht, im Juli solle es ein »Update« in der Sache geben. Es gibt aber auch Insider im Markt, die am Zustandekommen des Deals grundsätzlich zweifeln.
Die Bedingungen sind nicht öffentlich. Aber der kolportierte Kaufpreis von 60 bis 70 Millionen Euro scheint realistisch. Was reizt TPG überhaupt an einem für das Unternehmen vergleichsweise großen Investment? Benner strebt im Apothekenmarkt nach eigenen Angaben einen »umfassenden Ansatz« an. TPG ist schon bei der Bestellplattform Aponow und der Weiterbildungsplattform Apothekia engagiert. Mit AEP käme ein zwar margenschwaches, aber für die Apotheken wichtiges Feld dazu. Außerdem interessiert sich TPG für IT-Systeme für Apotheken.
Nach eigenen Angaben ist Benner im Softwarebereich sogar schon ein paar Schritte weiter. Noch sei nichts unterschrieben, aber bei der geplanten Übernahme seien sich beide Seiten im Grunde einig. Es handele sich aber um ein »ganz winziges Unternehmen«, will der Unternehmer allzu hochtrabenden Spekulationen vorbeugen.
Sein Ziel sei es, den Apotheken »ein gutes Rundum-Paket« zu bieten: Großhandel, IT, Online-Bestellungen, Weiterbildung. Die Produkte unter einer gemeinsamen Marke zusammenzuführen, sei nicht das Ziel.
Was AEP betrifft, so ist geplant, dass die aktuelle Geschäftsführung um Heike Brockmann auch nach der Übernahme im Amt bleiben soll. Benner geht auch davon aus, dass sich die Skonto-Freigabe positiv auf das Geschäft auswirken könnte. Immerhin hatte der Großhändler mit der Einheitskondition unter dem BGH-Urteil gelitten, mit dem die Skontogewährung erschwert wurde.