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Coronavirus-Pandemie

Tipps für Patienten mit Tracheostoma

Viele Patienten, denen der Kehlkopf entnommen wurde und die über ein Tracheostoma atmen, stellen sich die Frage, ob sie in der Coronavirus-Pandemie besonders betroffen sind und wie sich schützen können. Die Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie hat wertvolle Tipps für sie.
Sven Siebenand
11.09.2020  14:00 Uhr

Häufigster Grund für die vollständige Entfernung des Kehlkopfs ist das Larynxkarzinom. Risikofaktoren dafür sind zum Beispiel Rauchen und Alkohol. Bei der sogenannten Laryngektomie werden Atemweg und Schluckweg voneinander getrennt. Nahrung gelangt immer noch über den Mund in die Speiseröhre, die Patienten atmen aber über eine Öffnung im Hals, das Tracheostoma. Dank einer Stimmtherapie ist es möglich, dass die Betroffenen eine Ersatzstimme erlernen können.

Viele Betroffene machen sich Gedanken, wie sie sich vor einer Infektion mit SARS-CoV-2 schützen können, wenn die Luft und damit die Viren direkt über das Tracheostoma und die Luftröhre in die Lunge gelangen könnten. Professor Dr. Andreas Dietz, Direktor der Klinik und Poliklinik für HNO-Heilkunde des Universitätsklinikums Leipzig, betont, dass auch laryngektomierte Patienten unbedingt einen Mund-Nasen-Schutz tragen müssen und sie zum Selbstschutz zudem einen Abstand von mindestens eineinhalb Metern zu anderen Menschen einhalten sollten.

Als zusätzlichen Schutz empfiehlt der Mediziner ein abdeckendes Textilläppchen, einen sogenannten HME-Filter (Heat and Moisture Exchanger) zum Filtern der Atemluft sowie einen Stomabutton. Das sind kurze Silikonkanülen, die das Tracheostoma offenhalten. Die Tracheostoma-Abdeckung sollte sinnvollerweise täglich gewechselt und gewaschen werden. »Durch diese Maßnahmen ist der obere Atemweg fast besser geschützt als bei dem normalen Mund- und Nasenatmer«, so Dietz.

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