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Endokrine Orbitopathie
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Teprotumumab auf dem Markt

Für Patienten mit moderater bis schwerer endokriner Orbitopathie gibt es eine neue Therapieoption. Der Antikörper Teprotumumab kann die Beschwerden signifikant und anhaltend verbessern.
AutorKontaktBrigitte M. Gensthaler
Datum 07.04.2026  07:00 Uhr

Vorsicht Hörschäden

Die häufigsten Nebenwirkungen waren Muskelkrämpfe, Magen-Darm-Probleme, Alopezie, Hyperglykämie, Fatigue und Kopfschmerzen. Zu den wichtigsten schwerwiegenden Nebenwirkungen zählten Diabetes mellitus (2,6 Prozent), Taubheit (1,3 Prozent) sowie Schallleitungsschwerhörigkeit, einseitige Taubheit, diabetische Ketoazidose, Diarrhö, Infusions-assoziierte Reaktionen und entzündliche Darmerkrankung.

Teprotumumab kann schwere Hörschäden mit Hörminderung bis zum -verlust hervorrufen, die bei manchen Patienten anhalten können. Die Patienten sollen bei Anzeichen eines veränderten Hörens unverzüglich zum Arzt gehen.

Liegen bereits Hörschäden vor, können sich diese während oder nach der Therapie mit Teprotumumab verschlechtern. Hier sind Nutzen und Risiko der Behandlung gegeneinander abzuwägen. Zudem ist Vorsicht geboten bei gleichzeitiger Anwendung von ototoxischen Medikamenten, zum Beispiel Aminoglykosiden, Vancomycin, platinhaltigen Chemotherapeutika oder Schleifendiuretika, da ein potenzielles Risiko für additive hörschädigende Effekte besteht.

Auf den Blutzucker achten

Ebenso ist auf den Blutzucker zu achten, da unter Teprotumumab eine Hyperglykämie auftreten kann. Laut Fachinformation müssen die Blutzuckerwerte vor und während der Therapie überwacht werden. Patienten mit Hyperglykämie oder Diabetes müssen unter angemessener glykämischer Kontrolle stehen. Die Glucosewerte im Blut sind nach Abschluss der Behandlung noch sechs Monate lang zu überwachen.

Teprotumumab kann zudem eine Exazerbation einer entzündlichen Darmerkrankung hervorrufen. Dann muss das Absetzen der Therapie erwogen werden. Patienten mit einer entzündlichen Darmerkrankung sind bezüglich eines Erkrankungsschubs zu überwachen. Aus klinischen Studien waren sie ausgeschlossen.

In der Schwangerschaft ist das Medikament kontraindiziert. Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung mit Teprotumumab und für mindestens sechs Monate nach der letzten Dosis eine effektive Verhütungsmethode anwenden. Aus Vorsichtsgründen soll eine Anwendung während der Stillzeit vermieden werden.

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