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Neue Zur Rose-Tochter

Teleclinic: Rezept-Zuweisung an Versandapotheke?

Die Übernahme durch den Schweizer Pharmahandelskonzern Zur Rose hat dem deutschen Telemedizin-Anbieter Teleclinic erste heftige Probleme eingebracht. In den Sozialen Medien kursieren Nachrichten der Teleclinic an Kunden, denen zufolge online ausgestellte Rezepte derzeit über einen Versandhändler abgewickelt werden. Die Unternehmensgründerin Katharina Jünger bestreitet dies.
Benjamin Rohrer
26.08.2020  15:00 Uhr

Im Juli dieses Jahres war bekannt geworden, dass das deutsche Telemedizin-Unternehmen Teleclinic von der Doc Morris-Mutter Zur Rose übernommen wird. Ende Juli war der Kauf dann schon abgeschlossen.

Einen Tag nach der Übernahme-Verkündung (17. Juli) hatte allerdings ein anderes Unternehmen seine Zusammenarbeit mit der Teleclinic beendet: Der zum Deutschen Apotheker Verlag gehörende Apotheken-Dienstleister apotheken.de erklärte über »DAZ online«, die Nachrichtenseite des Verlags, dass die Kooperation mit sofortiger Wirkung beendet sei. Mit der Übernahme durch die Zur-Rose-Gruppe sei eine »rote Linie« überschritten worden, sagte Verlagsgeschäftsführer Christian Rotta damals. Man wolle nicht zum »Steigbügelhalter für den Erfolg rein ökonomisch getriebener Plattformstrategien ausländischer Kapitalgesellschaften« werden, so die Begründung.

Teleclinic: Kein Zugang mehr zum Apothekenmarkt

Für die Teleclinic hat dies weitreichende Auswirkungen: Denn bislang konnten sich die Kunden nach einer Online-Beratung aussuchen, ob sie ihr Rezept entweder über die deutsche Versandapotheke Mache oder über eine Vor-Ort-Apotheke aus dem Netzwerk von apotheken.de abwickeln wollen. Apotheken.de verfügt über ein Netzwerk von mehr als 6000 Apotheken in Deutschland. Die Teleclinic-Patienten konnten sich auf einer Karte die nächstgelegene für die Belieferung aussuchen. Das vom Arzt ausgestellte Privatrezept wurde dann dort hingeschickt.

Da diese Apotheken für die Teleclinic nun nicht mehr zur Verfügung stehen, hat die Teleclinic ein großes Problem. Mehrere Apotheker berichteten gegenüber der Pharmazeutischen Zeitung, dass sie von ihren Kunden auf Mitteilungen der Teleclinic hingewiesen worden seien. Darin soll es heißen, dass es derzeit ein Problem mit der Schnittstelle zu den Apotheken gebe, an dem man derzeit arbeite. Und weiter: »Bis dahin können unsere Rezepte nur über unsere Online-Apotheke eingelöst werden.«

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