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Reproduktionsmedizin
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Studie zeigt mögliches Krebsrisiko im Kindesalter

Eine große dänische Registerstudie weist auf ein leicht erhöhtes Krebsrisiko bei Kindern nach bestimmten Formen der assistierten Reproduktion hin. Die absoluten Erkrankungszahlen blieben allerdings niedrig.
AutorKontaktJohanna Hauser
Datum 26.10.2026  11:15 Uhr

Wie groß ist das Risiko tatsächlich?

Obwohl die relativen Risiken zum Teil deutlich erhöht wirken, bleibt das absolute Risiko sehr niedrig. Selbst nach Kryoembryotransfer wurden etwa 41 Krebsfälle pro 100.000 Personenjahre beobachtet, verglichen mit 18 Fällen pro 100.000 Personenjahre ohne ART. Das heißt, die allermeisten nach ART gezeugten Kinder erkranken nicht an Krebs.

Somit liefert die Studie ein Signal, das weiter untersucht werden sollte. Besonders auffällig ist, dass kein erhöhtes Risiko für die klassische IVF beobachtet wurde, die Signale aber bei ICSI und Kryoembryotransfer auftraten.

Obgleich die Studie mit einer sehr großen Kohorte, nahezu vollständigen Registerdaten und einer langen Nachbeobachtungszeit punktet, weist sie einige Limitationen auf. Zuerst einmal handelt es sich um eine Beobachtungsstudie, die lediglich Assoziationen zeigt, aber keine Kausalität beweist. Daher bleibt offen, ob tatsächlich die ART-Verfahren selbst oder Störfaktoren für die Krebsfälle verantwortlich sind. Zudem traten trotz der großen Kohorte Krebsfälle innerhalb einzelner ART-Gruppen selten auf.

Experten mahnen zur vorsichtigen Interpretation der Ergebnisse

Die Autoren sehen in ihren Ergebnissen einen Hinweis auf einen möglichen Zusammenhang zwischen bestimmten Verfahren der assistierten Reproduktion und dem Krebsrisiko im Kindesalter. Sie betonen zugleich, dass Krebserkrankungen insgesamt selten blieben. Sie sehen die Ergebnisse daher als Hinweis darauf, dass insbesondere ICSI und Kryoembryotransfer näher untersucht werden sollten.

Unabhängige Experten mahnen jedoch zur Vorsicht. So verwies Professor Dr. Jason Kasraie vom Shrewsbury and Telford Hospital in Shrewsbury, England, gegenüber dem britischen Science Media Center auf die niedrigen absoluten Fallzahlen, mögliche Störfaktoren und die Tatsache, dass sich die untersuchten Reproduktionstechniken seither grundlegend verändert haben. Insbesondere ICSI werde häufig bei schwerer männlicher Infertilität eingesetzt. Diese könnte mit biologischen Faktoren wie erhöhter Spermien-DNA-Schädigung verbunden sein, die selbst einen Einfluss auf das Krebsrisiko der Kinder haben könnten, so Kasraie.

Als weitere mögliche Störfaktoren diskutieren die Autoren die Ursachen der elterlichen Infertilität selbst, das häufig höhere Alter von Mutter und Vater bei ART-Behandlungen sowie Unterschiede bei Schwangerschafts- und Geburtsverläufen.

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