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GKV-Spitzenverband
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Studie soll Betrug im Gesundheitswesen erfassen

Ein neuer Vorstoß des GKV-Spitzenverbands will die Schäden durch Betrug im Gesundheitswesen genauer analysieren und hat deshalb eine Studie beauftragt, die Licht ins Dunkel bringen soll. 
AutorKontaktdpa
Datum 22.10.2026  09:15 Uhr
Studie soll Betrug im Gesundheitswesen erfassen

Deutschlands Krankenkassen wollen mit einem eigenen Vorstoß den Kampf gegen Betrügereien im deutschen Gesundheitswesen verstärken. »Wir wollen wissen, wie hoch genau die Schäden in Deutschland durch Fehlverhalten sind«, sagte Martin Krasney, Vorstand des GKV-Spitzenverbands, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Der Schaden könnte laut den Kassen im zweistelligen Milliardenbereich liegen.

Bereits seit Jahren debattieren Politik und Kassen über die Notwendigkeit einer umfassenden Studie zu Falschabrechnungen, ohne dass eine solche Erhebung in Auftrag gegeben worden wäre. »Deshalb hat der GKV-Spitzenverband die Initiative ergriffen und nunmehr alleine eine Dunkelfeldstudie beauftragt«, teilte Krasney mit. Zuerst hatte die ARD-Sendung »Report Mainz« darüber berichtet. Die Länderjustizministerinnen und -minister sowie Vertreter der Kriminalpolizei hatten den Bund schon vor Jahren zu einer solchen Erhebung aufgefordert.

Schadenshöhe im zweistelligen Milliardenbereich

Krasney sagte, internationale Studien bezifferten das Dunkelfeld auf fünf bis zehn Prozent der Leistungsausgaben im jeweiligen Gesundheitswesen. »In Deutschland wäre die Schadenshöhe damit im zweistelligen Milliardenbereich.«

Bei seiner Einschätzung zu den möglichen Milliardenschäden beruft sich der Kassenverband unter anderem auf ein britisches Forscherteam, das seit 1988 fortlaufend weltweit Daten zu den Betrugskosten analysiert. Überträgt man dort errechnete Schadenssummen auf Deutschland, ergäben sich bei Krankenkassenausgaben von mehr als 350 Milliarden Euro pro Jahr Kosten von über 20 Milliarden Euro, so der Verband.

Die eigene Studie startete laut Kassenverband Anfang Oktober und soll voraussichtlich im April 2029 umfassende Ergebnisse zum Ausmaß der Wirtschaftskriminalität im Gesundheitswesen liefern. Auch Maßnahmen dagegen sollen empfohlen werden. Bislang würden Daten dazu weder in der offiziellen Kriminalstatistik noch in den Zahlen der GKV erfasst. Geleitet wird die Studie den Angaben zufolge von den Juristen Kai Bussmann (Universität Halle-Wittenberg) und Ralf Kölbel (München).

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