| Laura Rudolph |
| 04.09.2026 17:00 Uhr |
Unabhängige Expertinnen und Experten bewerten die Ergebnisse überwiegend positiv. »Meines Erachtens sind die Ergebnisse eindeutig«, sagt die Hamburger Lymphologin und Phlebologin Dr. Gabriele Faerber gegenüber dem Science Media Center (SMC). Die Liposuktion sei der alleinigen konservativen Therapie mit Kompression und manueller Lymphdrainage überlegen. Allerdings weist sie auf mögliche Einschränkungen der Aussagekraft hin: Für die Studie hätten sich vor allem Frauen gemeldet, die ohnehin eine Liposuktion gewünscht hätten. Zudem fehle bislang eine längerfristige Nachbeobachtung.
Auch Dr. Stefan Rapprich, Hautarzt und Phlebologe aus Bad Soden, sieht die Studienfrage klar beantwortet. Offen seien allerdings Langzeitergebnisse wie Rezidivraten oder der Bedarf an Wiederholungseingriffen. Sinnvoll sei außerdem ein »methodisch sauberer Vergleich« der vibrationsassistierten und der wasserstrahlassistierten Liposuktion. »Ebenfalls unbeantwortet bleibt, welchen Nutzen die konservative Therapie für sich genommen hat – LIPLEG hat sie nur als Vergleichsarm bei bereits konservativ austherapierten Frauen geprüft.«
Für Professor Dr. Tobias Hirsch, Leiter der Klinik für Plastische Chirurgie am Universitätsklinikum Münster und Vorstand der Lipödem-Gesellschaft, liefern die Studiendaten eine wichtige Grundlage für die Versorgung: »Aus meiner Sicht rechtfertigen die Studienergebnisse zu diesem Zeitpunkt den G-BA-Beschluss eindeutig.« Er kritisiert jedoch, dass weiterhin zu wenige Einrichtungen die Behandlung anbieten können. »Außerdem ist die Vergütung so desolat abgebildet, dass es kaum behandelnde Einrichtungen im GKV-System gibt. Das muss dringend behoben werden.«