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Kontrazeptiva

Stiftung Warentest hält viele hormonelle Verhütungsmittel für »ungeeignet«

Antibabypillen, Spiralen, Vaginalringe, Spritzen, Implantate und Pflaster – die Arzneimittelexperten der Stiftung Warentest haben 141 hormonelle Verhütungsmittel bewertet. Ihr Ergebnis: Mehr als die Hälfte halten sie für ungeeignet.
Carolin Lang
24.03.2021  15:04 Uhr

»Die Pille« ist das meist genutzte Verhütungsmittel, Tendenz sinkend. Nutzten im Jahr 2014 noch etwa 45 Prozent der Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren die Pille als Verhütungsmittel beim ersten Geschlechtsverkehr, waren es 2019 nur etwa 30 Prozent. Das geht aus einer Befragung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hervor. Als möglichen Grund nennen die Sexualforscher, dass junge Frauen die Verträglichkeit der Pille heute schlechter beurteilen als noch vor fünf Jahren. Ist ihre Skepsis berechtigt?

Die Arzneimittelexperten der Stiftung Warentest haben nun 141 hormonelle Mittel zur Empfängnisverhütung in puncto Verträglichkeit untersucht, darunter mehr als einhundert Antibabypillen. Die wohl größte Befürchtung bei dieser Verhütungsmethode ist das erhöhte Thrombose-Risiko. Doch ist dieses nicht bei jedem Präparat gleich. Bei Kombinationspräparaten hängt es sowohl von der Dosierung als auch von der enthaltenen Gestagen-Komponente ab. »Mittel mit wenig Estrogen und den Gestagenen Levonorgestrel, Norethisteron oder Norgestimat sind geeignet zum Verhüten«, beurteilen die Experten. Bei ihnen sei das Risiko für eine Thrombose geringer als bei solchen mit anderen Gestagenen. Noch niedriger sei es bei der Minipille mit Levonorgestrel, doch ist die Wirksamkeit hier mit strikten Einnahmezeitpunkten verbunden. Einige Frauen würden zudem über depressive Verstimmungen berichten.

Intrauterinpessare (IUP), umgangssprachlich auch Spirale genannt, schneiden bei Stiftung Warentest gut ab. Hormonspiralen setzen kleine Mengen Gestagen frei, Kupfer-Spiralen hingegen Kupfer-Ionen. Sie seien ein »zuverlässiges Verhütungsmittel, das langfristig wirkt.« Das Thrombose-Risiko würden sie nicht erhöhen. Da sie aber das Risiko für eine Beckenentzündung mit möglicher Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit erhöhen können, werden sie vor allem Frauen empfohlen, die bereits ein Kind geboren haben.

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